06./07.03.15 – Am 06.03. rettete ich mich im Sturmgetöse in das Hotel Adria in der Nähe des Airports Split. Wieder war der Orkan über mich hinweg gefegt u. wieder hatte es mich von links nach rechts geweht. Wieder war es ziemlich gefährlich für mich, trotz Warnweste. Abends bin ich dann noch in den Market um etwas zu Essen zu besorgen u. selbst da stemmte ich mich mit aller Kraft gegen den Sturm.
Die Hotelangestellte schaute mich am Morgen mit großen Augen an, als ich ihr erklärte, dass ich mich dann jetzt doch aufs Rad schwinge. Die 26 km bis nach Split zogen sich ewig hin. Ein Schild zeigen 4 km u. Nach einer Stunde Kampf stand auf dem nächsten Schild ” Split 4 km”. Ok, der Wind hat mich teilweise nicht vorwärts kommen lassen, rückwärts habe ich mich allerdings nicht bewegt. Nach 3 h rollte ich dann endlich auf der Hafenstraße in Split entlang. ” Burat” hatte auch fast alle Flaneure von den öffentlichen Caféplätzen gefegt, es sah ziemlich verlassen aus. Eigentlich hatte ich mich für ein kleines Hotel entschieden, nur der Besitzer ließ ziemlich lange auf sich warten u. da man sich immer zwei Meinungen einholen soll, fand ich doch noch für 70 Ku ein schönes Hostel. Das Rad musste ich allerdings in die vierte Etage wuchten. Schnell waren die Formalitäten erledigt, Sachen/Rad abgestellt u. ich bummelte mal völlig entspannt am Kai entlang. Sawang u. sein vollbepacktes Rad konnte ich nicht übersehen. In Havanna ist mir damals mit dem Schwaben bereits eine ähnliche Situation begegnet. Und warum nicht helfen, ich erfahre ja auch oft die Hilfe der anderen. Also fragte ich ihn, ob er einen Tipp für eine Unterkunft braucht. Ja, klar u. schnell war die Route zum ” Old Town Hostel” erklärt. Weiter ging’s mit neuen Bekanntschaften. Am Hafen sehe ich wieder zwei vollbepackte Räder stehen. Ein amerikanisches Pärchen mit Rädern auf Hochzeitsreise. Beide Asiaten, sehr sympathisch, sehr mitteilsam u. offen. Wir tauschten schnell unsere ” Weltreise-Vistenkarten” aus, informierten uns gegenseitig über unsere Routen u. überließen uns unseren Gedanken. Sicher werde ich in der Zukunft noch oft an diese Begegnungen denken, wenn sich schwierige Situationen ergeben. Heute, 07.03. war chillen, ausschlafen, essen, Bummeln, fotografieren u. dokumentieren angesagt. Abends lecker Nudeln mit Thunfisch u. Bierchen. Auf nach Dubrovnik.
image
08.03.15 – Da war er der ersehnte, windstill u. sonnige Tag. Nichts hielt mich mehr in Split u. so saß ich nach Müslifrühstück mit Kaffee u. Joghurt zeitig auf dem Rad. Richtung Dubrovnik ist alles super ausgeschildert. die Straße zieht sich immer mit leichtem Auf u. Ab an der Küste entlang. Vorgenommen habe ich mir für die Weiterreise mehr Fotos zu machen. Dem bin dann Heute auch wirklich nachgekommen. Nicht nur Kopf runter u. Treten, nein auch mal ein Auge für die Umgebung haben. Planungsmässig werde ich dann auch immer gegen 13.00 Uhr ein Mittagspause einlegen, dass eliminiert das Leistungsloch über die Mittagszeit. Klappte heute jedenfalls sehr gut. Um 15.00 Uhr auf einer Abfahrt der erste Platte vorne. Das Loch habe ich schnell gefunden, kompletter Durchschlag. Auch der Mantel hat etwas abbekommen. Beide Löcher geflickt alles zusammengepackt, Fotos geschossen u. Weiter ging es. In Ploče wollte ich mir dann gegen 17.30 Uhr im Market etwas koch- u. dann essbares für den Abend kaufen. Hatte mich schon den ganzen Tag mit dem Rezept u. den ersten Kochereinsatz beschäftigt. Vor dem Market spricht mich dann ein Kroate an woher, wohin, wieviel km u. so. Ein zweiter gesellt sich dazu u. Beide bieten mir eine Übernachtung an. Der eine in Ploče, da hätte ich zurück gemusst, der andere, ein angeblicher Maratonläufer, auf einem 10 km Von der Strecke abweichenden Weg. Ok, ich sagte dem Maratonman zu, ließ mir eine Skizze geben, leider stand da sein Name nicht drauf, aber auf Nachfrage versicherte er am Dorfeingang zu warten. Nun ging mir so durch den Kopf, dass ich 10 hin u. 10 km zurück am Morgen Umweg fahren wäre, die Zeit!!!!, bog also einmal nicht rechts, sondern links ab. Dann überlegte ich, ach vielleicht kommt ja doch eine schöne Erfahrung bei rum. Also wieder zurück u. richtig abgebogen. Auf dem Weg dorthin dachte ich dann die ganze Zeit, was wenn er mich jetzt auf der Straße nicht gesehen hat, der wartet doch nicht in dem Dorf. Und so war es dann auch. In der Zwischenzeit war es bereits stockdunkel, keiner im Dorf sprach englisch u./o. überhaupt. So stand ich da, über mich selber ein wenig wütend u. fuhr in absoluter Dunkelheit, ohne Licht am Rad den Weg wieder zurück. Den Menschen hat im Dorf auf mehrfacher Nachfrage auch niemand gekannt. Es war dann so dunkel, dass ich auch nicht mehr weiter wollte, da ich bei entgegenkommenden Autos immer so geblendet wurde, dass ich anhalten musste. Mein Instinkt hat mir dann geholfen einen schönen Zeltplatz in einem Olivenhain hinter einer Bahnstrecke zu finden. 137 km in 8 h aktive Fahrzeit sind es heute geworden. Im Zelt wurde mir dann erst bewusst, dass ja nur die Autos eine gewisse Gefahr dargestellt haben. Ich dachte positiv u. machte mich nicht verrückt. Ich bin’s zufrieden. Schlafenszeit. Zelt
image
09.03.15 – was für ein Sternenhimmel. Mich beeindruckt das immer wieder aufs Neue. Trotz der künstlichen Lichteinflüsse ist der Nachthimmel voll von Lichtern. Da stehe ich beim Zähneputzen u. denke, man was für winzige Erdlinge sind wir doch. Ich hatte den ganzen Vormittag überlegt, ob ich Dubrovnik Schluss mache. Am Vormittag fiel es wirklich gut u. so war ich gegen 14.00 Uhr ca. 30 km vor der Stadt. Ein langer Anstieg u. dann die Aussicht, dass ich in die Altstadt runter muss u. morgens wieder hoch, ließ mich einfach weiter fahren. Schön das sich dann die Steigung auch noch 15 km weiter zog. Ich bin aber jetzt soweit fit, dass ich diese Anstiege ruhig u. konstant hoch trete. Irgendwann ist oben. Mir Gehen auch nicht mehr tausend Gedanken durch den Kopf, warum, weshalb, für was, schaffst Du das usw. Ich sehe nach vorne u. nehme die Sache an. Bin jetzt hinter Clipi oberhalb der Straße im Zelt. Habe gekocht, schön gegessen u. bin’s zufrieden. Ich freue mich auch schon tagsüber auf das Zelten, da ich meinen Rhythmus habe u. den Komfort eines Hotels / Hostels morgens nicht überwinden muss. Ich liege 20 m von der Straße weg, packe morgens meine Sachen u. kann starten. Heute sind 124 km in 7 h aktive Fahrzeit zusammengekommen. ” Die Welt ist weit u. wild u. wenn man ehrlich bleibt, verhandelbar.” Zelt
image
10.03.15 – oberhalb von Petrovac, 50 km vor Podgovica. 111 km., Regen, viele Steigungen u. wieder einen Fernradler getroffen. Diesmal einen Franzosen der im Dezember in Frankreich losgefahren ist. Er sagte, natürlich war es auch verdammt kalt. Wir haben Fotos gemacht u. sind dann ein Stück zusammengefahren. Allerdings war das leider nicht mein Rhythmus, da er immer wieder anhielt u. Fotos machte, ich aber Strecke machen wollte. image
So habe ich mich dann schnell verabschiedet u. bin gut voran gekommen. Ach so, ja klar bin jetzt in Montenegro. Der Übergang war easy,es gab den ersten Stempel u. jetzt ist wieder Euro angesagt. Erleichtert das Einkaufen natürlich. Ich finde, wenn die in Brüssel nich soviel Gelder verschleudern würden, noch mehr gute Entscheidung für die Menschen treffen würden, dann ist das rundherum eine gute Sache mit Europa! Ich habe unterwegs keinerlei Probleme, immer wieder halten Leute an fragen nach meinem Weg o. hupen anerkennend, so das es nicht nervt. Im Moment frischt der Wind ziemlich auf, kann gut sein für morgen. Na dann eine ruhige Nacht im Zelt.
image

Von Split Richtung Albanien

image

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.
Menü