Jaaaaaaaaa, ich bin wirklich in Istanbul angekommen. Habe die ersten 3200 km zurückgelegt u. bis auf ca. 20 km (hier erbarmte sich ein Albaner mich im strömenden Regen, bei heftigem Gegenwind u. endlos erscheinenden Serpentien zu fragen, ob er mich mitnehmen kann) alles mit dem Rad.

Die wichtigste Info vorneweg: Ich bin überglücklich, gesund, hochmotiviert u. nichts negatives ist passiert. Es gab nur gute Erfahrungen, Begegnungen mit den Menschen  in den durchreisten Ländern. Mir wurde der Segen des christlichen Glaubens mit auf die Reise gegeben. Im Wald nach der ersten Nacht in Zelt wurde meine Reise von einem selbstgeläuteren ( positiv) Gläubigen gesegnet. In Griechenland erhielt ich in einem Dorf das Foto eines orthodoxen Heiligen. Der Schenkende übergab mir damit die feste Zusage, dass mir nur gute Menschen auf meinem Weg begegnen werden. Also da kann doch nur eine positive Aura meine Reiseroute umgeben.

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Was mir auf früheren Reisen selten passierte ist die Begegnung mit doch vielen weiteren Fernradlern. Nach der Grenze von Montenegro zu Kroatien traf ich im Sonnenschein einen Norweger. Er wollte bis nach Hause fahren, gestartet in Antalya. In Split Sawang Thongdee aus Thailand u. die beiden Amerikaner auf Hochzeitsreise. In Montenegro einen Franzosen u. natürlich Gad. Es war Sympatie nach …. Sekunden, denn da kommt mir einer im Grenzgebiet zur Türkei mit einem Miniklappfahrrad entgegen  u. grüsst schon von weitem freundlichst. Wir sind sofort ins Gespräch über unsere jetzige Reise u. die vergangenen gekommen. Gad hat mich umgehend nach Australien zu sich eingeladen u. wir stehen über Email schon in Kontakt.

Die Türkei bzw. die Grenzer empfing mich sehr freundlich u. zuvorkommend. Die ersten Nächte habe ich in den spärlich vorhandenen Wäldern in der Nähe der Straße verbracht. Geweckt wurde ich natürlich mehrfach von Muezim. Witzig ist dabei, dass wohl auch hier Personal knapp ist u. die moderne Kommunikation verwendet wird. Zu hören ist vorab aus den Lautsprechern die Impulse einer Telefonwahl, dann folgt das Gebet bzw. der Aufruf dem zu folgen u. am Ende ist zu hören wie das Telefonat beendet wird. 60 km vor Istanbul wollte ich dann noch eine Nacht verbringen um so am folgenden Tag ausreichend Zeit zu habe, um mein Hostel zu finden. Da es bereits in dieser Entfernung beiderseits der Straße nur noch bebaute Bereiche gab, musste ich mir etwas einfallen lassen. Das offene Tor einer Ferienhausanlage schien mir als geeigneter Weg zum naheliegender Meer. Natürlich wurde ich von den Wachmännern sofort angehalten u. angewiesen weiter zu fahren. Wie gesagt, es wurde bereits dunkel. Wiederholte Fragen nach einer Zeltmöglichkeit riefen weitere Männer auf den Plan. Von einem dieser Männer kam dann ein konstruktiver Vorschlag! “Jetzt gibt es erst einmal Tee.” Also sind wir alle, ca. 6 Leute in die kleine überheizte 2 qm große Wachhütte u. habe die Sache beim Tee u. Tee u. Tee beraten.

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Irgendwann nach dem fünften Glas erschien ein weiterer Wachmann. Wie sich heraus stellte war er der, der Nachtwache für die Anlage am Strand hatte. Jedenfalls wurde mir durch einen der Männer bereits durch Augenzwinkern signalisiert, dass alles klappen wird. (steht direkt hinter mir) Nur noch ein paar Gläser Tee. So kam es dann auch. Alle stimmten überein, dass es jetzt eh zu dunkel sein u. sie mich nicht wegschicken könnten. So erhielt ich dann für die Nacht einen persönlichen ” Leibwächter”, da dieser 15 m entfernt in einem Wachhaus am Strand saß. Am nächsten Morgen stand dann früh ein deutschsprachiger Türke vor dem Zelt u. übersetze mir bzw. den Wachleute wechselseitig die Fragen u. Antworten. Natürlich gab es vor der Weiterfahrt wieder ein Glas Tee u. ein weiteres u. dann noch eins u. auch noch ein zum Abschied. SUPERGUT!

Istanbul empfing mich mit einem Superstau. 10,15,20 km lang, ich weiß nicht. Eigentlich war auf dem 10 spurigen Zubringer (5 Fahrspuren pro Richtung) nur Stau. Für mich in gewissem Sinne super, außer dem Smog, für die türk. Autofahrer bestimmt eine neue Erfahrung. Ein Radfahrer an allen vorbei. Nach ca. 1,5 h auf dieser Tangente hatte ich mich ziemlich in der Richtung, in die ich mein Hostel vermutete, vertan. Die Suche u. Fragen nach einem Stadtplan an verschiedenen Tankstellen, in Shops usw. bleiben erfolglos. In einem Einkaufszentrum wurde ich dann auf andere Weise fündig. Zwei türk. Radler sahen meinen suchenden Blick u. erkärten sich spontan bereit mich zum Hostel durch die Stadt zu lotsen. Am Ende waren es 30 km die wir zusammen gefahren sind. Alleine hätte ich das Hostel sicher erst in Tagen gefunden.

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Abends gab es dann nach einigen Tagen im Zelt eine erfrischende, wärmende Dusche, anschließend reichlich gegrillten Fisch u. ein, ne zwei Bier.

Die folgenden Tage bis zu meinem Abflug nach Kap Stadt verbringe ich mit Stadterkundungen. Immer wieder entdecke ich neue Ecken, Basare mit tausenden von Dingen, wobei ich mich immer wieder Frage, wer bitte soll das alles kaufen. Natürlich auch bergeweise, nach meiner Auffassung, chinesischer Plastemüll.

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Über die ganze Stadt verteilt sind immer wieder neu zu entdeckende interessante Stadtviertel. Natürlich war ich auch auf dem “Grande Basar”, der mich in seiner Masse ziemlich erschlagen hat.

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Zusammenfassend waren es schöne erholsame Tage in Istanbul. Ich freue mich aber auch schon auf die Weiterreise in den Osten der Türkei u. auf die nachfolgenden, neuen Länder. Allem voran Iran. Auch hier habe ich ja bereits einen Kontakt zu zwei Iranern.

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Die  einhellige Meinung unter Reisende in den Iran ist über die Menschen, positiv. Die Leute sind offen, wissbegierig u. Absolut hilfsbereit. Turkmenistan muss ich eh im Rennend durchqueren, da ich nur ein 5 Tage Transitvisa  im Land habe. Komme ich nicht zum festgelegten Tag an die Grenze, einen Tag später, sind es nur noch vier Tage usw. Ca. 500 km gilt es zu pedalieren.

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