05.09. – 12.09.2015 Hokkaido

Hokkaido

Hokkaido, einmal rund herum

Eine weitere Nacht und den halben Tag verbringe ich noch auf der Fähre Richtung Tomakomai. Nach dem Frühstück geniesse ich noch einmal den Bade-/Saunabereich. Ich bin der Einzige der dies tut und geniesse so die total Ruhe, das Heise Wasser, die Wärme der Sauna und immer wieder den Ausblick auf das Meer. 13:30 Uhr auf die Minute pünktlich legt die Fähre im Hafen an. Ab 14:00 Uhr bin ich dann wieder auf der Strasse. Alles verläuft, wie immer in Japan, völlig reibungslos und perfekt.

IMG_5651

viel Grün, viel Platz, wenige Siedlungen

Hokkaido, mein erster Eindruck. Alles ist irgendwie anders als auf Honshu und Kyūshū. Was mir als erstes auffällt, es gibt weniger kleine, handtuchgrosse Reisfelder. Die Landschaft ist viel offener, grosse, landwirtschaftliche Flächen prägen das Bild. Mein Blick, meine Augen haben mehr Raum, ich genieße die Weite. Die Besiedlung ist viel weitläufiger, zwischen den meistens kleinen Orten liegen nun auch wieder Entfernungen von etlichen Kilometern. Gegen Abend komme ich an eine erste Bergkette und der Nebel senkt sich auf die Wälder.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Alles ist sehr grün und erinnert irgendwie an Norddeutschland, oder auch an Skandinavien. Es gibt Höfe mit Pferdekoppeln, einem Stallgebäude und einem Wohnhaus, die könnten auch in Schleswig-Holstein stehen. Felder mit Getreide, Rüben, Kohl und Hopfen? sind zu sehen. In den Orten findet sich kein 7Eleven, Lawson usw. Hier gibt es kleine, privat betriebene Läden. Also muss ich mich darauf einrichten. Warm gegessen wird erst einmal nicht mehr. Und es ist merklich kälter geworden. Ich muss mir schon am Nachmittag ein langärmliges Shirt anziehen und gegen Abend wird es noch kühler. Die Nähe zum russischen Nordosten ist spürbar. Ich werde wohl auch nach langer Zeit wieder einmal im Schlafsack schlafen und nicht nur auf ihm.

IMG_5658Es gibt Tage die möchte ich einfach vergessen, besser noch, sie sollten gar nicht erst da sein. Den ganzen Tag bin ich bergan gefahren. Ein Höhenzug der kein Ende nehmen wollte. Dazu hat es dann auch noch über Stunden leicht geregnet. Nicht ein richtiger Schauer, ich kann sich unterstellen, abwarten und dann  weiterfahren. Nein, nur leichter Regen, aber dafür kontinuierlich über Stunden. Leichte, bis mittler Schmerzen im rechten Oberschenkel lassen mich auch nicht so recht in Ruhe, nein deswegen habe ich keine Pause machen müssen, aber immer wieder muss ich Kraft rausnehmen, um die Muskeln ein wenig zu entlasten. Am späten Nachmittag erreiche ich dann den ersten Tunnel, immer ein sicheres Zeichen das ich vor der Passhöhe bin. Viele weitere Durchfahrten werden noch folgen. Tunneldurchfahrten sind echt nervig. Der Krach der heran donnernden LKWs, ich kann wegen fehlenden Randstreifen nicht ausweichen und die Enge kosten mich wirklich Nerven. Jeder Tunnel ruft immer wieder eine Anspannung hervor und ich versuche so schnell wie möglich die Sache hinter mich zu bringen. Es ist mitunter recht dunkel, der Strassenbelag ist etwas desolat und die LKW’s flössen mir mit ihrer Geschwindigkeit ziemlichen Respekt ein. Wie gesagt, dass was mich am meisten belastet ist, dass ich nicht ausweichen kann, wenn mir ein LKW zu nahe kommt. Ich fahre schon immer arg an der Kante. Mehr geht nicht.

IMG_2631 IMG_2633

Auf dem Scheitelpunkt ist es dann echt das Endmaß des schlechten Wetters erreicht. Es regnet in Strömen, Nebel läßt mir vielleicht eine Sicht von 20 m und die LKWs brummen ohne Unterlass und in hoher Geschwindigkeit an mir vorbei. Immer wieder muss ich durch einen Tunnel oder überdachten Straßenabschnitt. Die Ein- und Ausfahrten aus diesen Strassenabschnitten umwabbert dicker Nebel. Ich bin völlig durchnässt. Von Körperwärme ist nichts mehr zu spüren. Ich zitterte am ganzen Körper. Jetzt geht es im dichten Nebel bergab, ich stehe über dem Rad in den Pedalen, jetzt zerrt die Kälte die letzte Wärme aus mir und das Schlackern meiner Beine läßt sich nicht mehr kontrollieren. Sicher ich könnte anhalten und mir die Regensachen anziehen, doch ich finde keinen sicheren Platz am Strassenrand, ich will nur noch von hier oben runter. Den hinteren Reifen hätte  ich eigentlich schon längst wechseln müssen. Profi gleich null. Dadurch schlingert dass Rad auf nasser Strasse doch ziemlich. Jetzt bergab mit hoher Geschwindigkeit und schlechtem Strassenbelag muss ich absolut konzentriert fahren. Mehrfach rutscht mir das Rad bei einer Längsrille hinten weg. Immer wieder muss ich bremsen um das Rad unter Kontrolle zu bringen, zu behalten. Die Abfahrt zieht sich ewig hin. Bei schönem Wetter wäre es entspannend und herrlich. Jetzt bei der Kälte verflucht belastend. Meine Hände, die Finger sind kältetaub, teilweise spüre meine Finger nicht mehr. Nur aufpassen, immer auf die Strasse achten. Nur jetzt nicht stürzen.

Und so lasse ich das Rad, so gut es geht und sicher ist, laufen. Beiße die Zähne zusammen, ” ….nur schnell runter, nur jetzt nicht stürzen, nur jetzt bei Schlagloch übersehen, raus aus dem Nebel, dem Regen, der Kälte…”

Langsam läßt der Nebel, der Regen nach und die Strasse trocknet ab.  Nun lasse ich das Rad laufen und jage der angezeigten Ortschaft entgegen. Der erste 7Eleven ist natürlich meiner und die Verkäuferin starrt mich mit großen Augen an, als ich in den Laden stürze und mit klappernden Zähnen und schlotternden Knien, aber einem breitem, zufriedenen Lächeln, nach einem Kaffe und einer Suppe frage. Wieder einmal habe ich ein Extrem überwunden.

IMG_2635

schon ziemlich am Ende, aber glücklich

Oben auf der Passhöhe hatte ich mir vorgenommen. “Heute gibt es eine Hotelübernachtung. Die habe ich mir verdient.” Doch es gibt kein Hotel, kein Hostel und ich finde auch kein Gästehaus. Nach dem warmen Kaffe und der Suppe geht es mir auch wieder etwas besser. Die Lebensgeister kehren schnell wieder und ich bin wieder bereit für andere Gedanken. Erstaunlich wie schnell ich doch, die wenige Minuten zurückliegenden Strapazen, vergesse. Immer wieder beschäftige ich mich gedanklich mit diesem Schutzverhalten. Ich habe einmal irgendwo gelesen, wenn der Kopf (die psychische Leistungsfähigkeit) den Gedanken aufkommen lässt, ….ich bin am Ende, ich kann nicht mehr…” sind 45% der eigentlichen Energie (die physische Leistungsfähigkeit) aufgebraucht. Hilft mir oft bei den vorab beschriebenen Strapazen die Gedanken auszublenden und einfach mein Ziel zu verfolgen.

IMG_5656

Ok, kein Hotel, nun ja dann kaufe ich ein paar Sachen und fahre weiter. Dunkel, dämmrig ist es allerdings schon. Orts auswärts geht es wieder bergan und ich muss noch einmal kämpfen. Nachdem ich links ein Waldstück entdecke, aber noch ein Rübenfeld umrunden muss, finde ich einen, leider nicht idealen Platz. Im Regen baute ich schlotternd das Zelt auf und krieche schnell erst einmal mit den nassen Sachen in den Schlafsack, schlinge mein Essen runter und komme langsam zur Ruhe. Die ganze Nacht regnet es, prasselt dicke Tropfen auf das Zelt, ohne Unterlass bis zum frühen Morgen. Um 04:00 Uhr bin ich wach und lausche dem Regen. Mist, warum kann ich nicht schlafen nach solch einer Anstrengung am gestrigen tag. Ich brauche die Erholung dringend. Ich quäle mich wieder einzuschlafen. Gegen 05:00 Uhr krieche ich aus dem Zelt, schaue mir den Himmel an und bin mir sicher, dass es ein weiterer Tag mit Dauerregen werden wird. Das Zelt ist natürlich pitschnass und so baue ich es auch ab und verstaue es in den Packtaschen. Auf dem modrigen Wirtschaftsweg versinkt das Rad und ich im Schlamm, finde auf die Strasse zurück und gewinne dem Regen nun seine gute Seite ab. Menschen- und Radwäsche kostenlos mit weichem, frischem Wasser. Klappt aber nicht ganz so wie ich mir das denke und so nutze ich an einer Tankstelle einen Wasserschlauch und reinige uns vom gröbsten Dreck.

Irgendwann im Laufe des Vormittag geht wieder bergan und die Steigungsprozente nehmen bis zum Mittag, als ich den Gebirgssee Shikaribetsu-ko erreiche, kontinuierlich zu. Im Moment kämpfe ich schwer mich zu motivieren. Ich komme nicht recht vorwärts, denn ich bin ja nicht auf der Hauptstrecke meiner Welttour. Ich fahre eine Runde, weil es hier schön sein soll und ich das Schöne mal sehen, mir nicht entgehen lassen will. Die Landschaft gleich wirklich absolut der in Skandinavien, nur ohne Birken. Aber lange Strassenverläufe, ohne einen Ort, ohne das ein Auto vorbei kommt und in absoluter Stille. Dann öffnet sich der Blick und unten liegt ein See.

IMG_2639

Ruhe, kein Stress, kein Verkehr auf den Strassen

IMG_5661

auch diese Passhöhe erreiche ich irgendwann, nichts dauert unendlich

Ich stand dann auch irgendwann an dem Gebirgssee und naja, es hat mich nicht umgehauen Der Platz war gut, denn die Sonne war draußen und ich konnte meine Sachen trocknen.

IMG_2645 IMG_2653 IMG_2657

Nachdem ich den See umrundet hatte, dabei an einem Zeltplatz vorbei kam an dem leider ei Betrieb war. So ich dann weiter musste, sonst gerne geblieben wäre, ging es wieder bergan. Oh man, meine Knochen, es zwirbelt in den letzten tage wirklich sehr extrem. Stunde um Stunde trete ich bergan. Komme an einem Stausee vorbei, durchfahre wieder etliche Tunnel und dann geht es endlich dauerhaft bergab.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Gegen 16:00 Uhr erreiche ich Obihiro und komme endlich dazu etwas zu essen. Zum zelten ist es noch zu früh, obwohl ich doch schon ziemlich breit in, meine Beine schwer sind. Doch es treibt mich weiter, eine Stunde noch. Dann kann ich den Tag beenden. Noch einmal geht es bergan.

see

In Ashoro komme ich um 18:00 Uhr an und es ist bereits dunkel. Ich kaufe noch schnell ein paar Sachen ein. Schwinge mich noch mal aufs Rad. Aus dem Ort geht es noch einmal bergan und dann finde ich links der Strasse einen etwas schrägen Platz für das Zelt. Doch mir fehlt die Motivation nun noch etwas anderes zu suchen. Und, ich habe schon schlechter und ich werde wahrscheinlich auch noch schlechter schlafen.

Endlich eine Nacht ohne Regen und ein Erwachen ohne nasses Zelt. Sogar die Vögel freuen sich lautstark. Ich habe das Empfinden, dass sie heute Morgen lauter zwitschern.

Wieder quäle ich mich elendig, Heute empfunden noch besonders, über Anstiege. Die Beine sind bleischwer und es geht nur schleppend voran.  Sind die Tanks wirklich mal leer? Das ist durchaus möglich, denn ich wundere mich mitunter selber, wo die Energie für manche Tage aus mir herkommt. Der Rücken schmerzt nach den langen Anstiegen und ich muss immer wieder im Stehen treten, so den Rücken entlasten. Auch im Sitzen wird es danach nicht besser. Also Zähne zusammenbeissen und klein, klein weiter. Es wird wohl wirklich mal für eine Motivations-/Regenerierungsphase Zeit. Ich habe jetzt über 13.000 km auf dem Tacho. Höhenmeter habe ich nicht gezählt, aber es werden so einige sein und ich liege gut in der Zeit. In welcher Zeit? Keine Ahnung.

IMG_2672

Gegen Mittag erreiche ich die Grenze zum Akan National Park. Weiter trete ich langgezogene Steigungen hoch. Es herrscht wenig Verkehr auf der Strasse, die auf beiden Seiten von dichten Wäldern gesäumt wird. Auf der Route 241 erreiche ich den Abzweig auf die Route 240 Richtung Bihoro, zur Küste. Ich entschliesse mich nach rechts Richtung Akan-Ko (See) zu fahren und dort zwei Tage Pause zu machen. Den typischen Touristenort erreiche ich wenig später.

IMG_2676

Der See liegt inmitten der Wälder des National Parks und zwei Gipfel, der Oakan- und Maakandake, spielen sich im dunklen Wasser des Sees. Natürlich war das erste Hotel, ein Riesenburg, ausgebucht. Ziemlich unwahrscheinlich aber ok, der wollte mich vielleicht auch nicht haben, nach vier Tage im Regen, ohne Dusche, war die Absage nachvollziehbar. In der Touristeninfo hat man mir dann ein kleines Hotel empfohlen und das ist auch ok. Kleiner Onsen-Bereich mit brühend heissem Wasser. Das Abendessen war super, die Zimmer sind sauber und so bleibe ich zwei Tage um mich zu regenerieren, Kraft zu tanken. Ich habe schon ziemlich schwere Beine, auch nach dem heissen Bad. Vielleicht wird es durch die Nacht besser und Morgen ist ja dann auch noch Ruhe.

IMG_2663

ungewöhnliches….

IMG_2667

aber reichhaltiges und leckeres zum Abend

IMG_2665

kleine, luftgetrocknete Fische, die abscheulich stinken und auch genauso schmecken. Eine japanische Leckerei, jedenfalls für die Japaner.

 

Am Morgen ist es kalt, windig und wieder nieselt es aus dicken, tiefhängenden Wolken. Wieder weiche ich mehr auf Nebenstrassen aus und es ist wirklich entspannter. Ich bin so über mehrere Höhenzüge gefahren und die Steigungen waren normal zu bewältigen. Sicher spielt auch der Tag Erholung eine Rolle für dieses Empfinden. Mein Plan, über eine der Küste vorgelagerte Insel zu fahren, geht leider nicht auf. Das merke allerdings erst als ich vor der Verbindungsbrücke stehe und mir die Sache noch einmal genau auf der Karte ansehe.

IMG_5677 IMG_5684 IMG_2690

Dann kehre ich um und fahre einen grossen Teil meiner Route wieder zurück auf die Hauptout. Jetzt am Abend sehe ich von meinem Zeltplatz aus auch die Durchfahrt zum Meer ohne Brücke. Da wäre ich nicht rüber gekommen und hätte den ganzen, noch weiteren Weg wieder zurückfahren müssen. Meinen Zeltplatz direkt am Wasser finde ich nach einigen Muhen um auch das Rad dorthin zu schleppen, mache mir ein Feuer und geniesse Ruhe, Meer und Romantik.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wieder werde ich gegen 04:00 Uhr wach, diesmal ist aber irgendetwas anders. Ja, weil mich ein Rauschen weckt und das Wasser ziemlich dicht vor dem Zelt steht. Allerdings bin ich zu müde, um Panik zu entwickeln. Schaue noch einmal auf die Uhr, dann auf das Wasser und denke, na wird schon nicht bis zum Zelt kommen. Schliesse das Zelt und schlafe gleich wieder ein.

Da habe ich vor einigen Jahre am Strand von Chile bei auflaufender Flut und festgefahrenen Jeep ganz andere Ängste um unser Hab und Gut durchlebt.

Der Wind treibt das Meer mit weißen Schaumkronen an den Strand und mich schweißgebadet voran. Es ist herbstlich, kein Sonnenstrahl trocknet meine schweißnassen Sachen, der kalte Wind ist dabei auch nicht hilfreich und so friere ich seit vielen Woche mal wieder. Die Sonne zeigt sich nur, wenn ich mal nach links oben schaue, hinter den grauen, tiefliegenden Wolken. Es ist doch zu merken, dass es Herbst wird und ich weit im Norden bin. Auf den Felder ist Erntezeit für das Gemüse und ganze Familien führen dies zu meinem Erstaunen in mühevoller Handarbeit aus. Wunderliches Japan, hoch technologisiert und doch auch immer wieder diese konträren Bilder.

IMG_2694

mache ich

Die Japaner sind super freundlich, doch an wirklichen, direkten Kontakten sind sie nicht interessiert. Ich wurde in S-Korea oft eingeladen, die Leute waren interessiert. In Japan sind die Umgangsformen super höflich, aber das war es dann auch. Keine weitere Annäherung, keine Einladung. Über eine geschenkte Flasche kaltes Wasser geht es nicht hinaus. Sie wollen doch unter sich bleiben und was mir noch wichtiger erscheint, nur nicht die gewohnte, geschützte Komfortzone verlassen, um ja  keinen Fehler zu machen   Wie unterschiedlich die Asiaten doch sind, erfahre ich jetzt erst und Menschen die nicht reisen erfahren diese Feinheiten überhaupt nicht.

Gegen 17:00 Uhr wird das Wetter schlechter. Links erhebt sich eine kleine Bergkette und dort stauen sich dicke Wolken. Bringen sie wieder Regen? Der Wind ist allerdings weiterhin heftig und der treibt ja immer die Wolken weiter. Die Dämmerung setzt auch schon ein und so schaue ich mich in Esashi nach einem Supermarkt um. Plötzlich kommt mir um die Ecke ein japanischer Fernradler entgegen. Auf seinem Rennrad hat er hinten einen Riesenberg an Taschen aufgebaut. Er ist ein witziger, sympathischer Typ der von Tokio gestartet ist und wenn ich ihn richtig verstanden habe, Japan mit den Rad umrunden will. Bricht bei jedem meiner Reisefakten über Strecke, Kilometer usw. in überschwänglichem Erstauen aus, schlägt sich auf den Oberschenkel und lacht herzlich. Nach 15 min verabschieden wir uns und jeder fährt wieder seiner Wege.

Nach solchen Begegnungen bin ich in immer nachdenklich. Wie viele Menschen sind doch mit dem Rad unterwegs. Jeder setzt sich sein Ziel, mal ein nahes Ziel, mal ein sehr fernes Ziel. Aber sie sind unterwegs, setzten sich Strapazen aus, könnten sicher auch bequemer reisen, aber fahren mit dem Rad. Schön, ich freue mich und nehme die das als Motivation in mich auf.

Nach Essay finde ich nach einem Anstieg aus dem Ort direkt am Meer einen offiziellen Zeltplatz. Es stehen auch einige japanische Wohnmobile auf dem Platz und ich finde einen windgeschützten Platz. Der Wind pustet doch ziemlich stark  und das Rauschen der Brandung überdeckte jegliche Geräusche.

IMG_2698

sturmgepeitschte See

IMG_2699

windgeschützter Zeltplatz

IMG_2700

wenig Auslastung

IMG_2701

interessierte Möven

Der Wind weht am Morgen doch noch heftig und so packe ich erst einmal alles schnell zusammen und mache mich zum 100 m entfernt WC-Gebäude auf. Im Windschatten des Gebäudes geniesse ich mein Müsli und mache mich dann auf den Weg.

IMG_2702

weiterhin heftiger Wind

IMG_2706

ich bin fast am Ziel, Nordkap in Japan

IMG_2709

weiter in Richtung Norden geht es Japan nicht

IMG_2713

der nördlichste Punkt auf japanischem Festland

IMG_2723

Wind, Wind, Wind

IMG_5691

Am nördlichsten Punkt von Japan stehe ich gegen 14:00 Uhr. Schnell ein paar Fotos machen und dann die verbleibenden 34 Kilometer gegen den Starkwind ankämpfen. Allerdings ohne das ich mir Stress mache. Schwer genug ist es auch so. Wakanani ist keine sehenswerte Stadt, jedenfalls das was ich bei meiner Ankunft sehe. Vielleicht sieht es morgen besser aus. Ich suche nicht lange nach einem Hotel, da mir echt die Lust und Kraft dazu fehlt. Für 48,00 Euro finde ich ein saueres Zimmer. Nach einem ausgiebigen Bad geht es mir wieder besser.

 

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.
Menü