Heute war wohl staatlich verordneter Teppichreinigungstag. In fast jedem Dorf lagen sie auf der Straße und die Bewohner wässerten, schäumten, schrubbten sie und die Kinder tobten sich auf ihnen aus. Die Ausfahrt aus Khorog ging steil bergauf und ich musste erst wieder in Tritt kommen. Die Stadt zog sich noch bis zur ersten Strassenkontrolle hin. Danach wurde es wieder etwas landwirtschaftlicher. Kurz hinter Khorog gab es allerdings noch ein kleines Wasserkraftwerk, das durch einen angelegten Kanal gespeist wurde. Ab Vin war dann der Fluss Gunz mein Begleiter. Wenig Verkehr, einige Dörfer, viele Baumreihen und ein guter Straßenzustand. Unter dem Motto, nehme was angeboten wird und geniesse. Ich genoss den Vormittag. Stetig ging es dann ab Mittag bergan. Allerdings wenig zu merken. Ich konnte zwar nur kleine Gänge fahren, aber diese kurzen steilen Anfahrten fehlten. Immer wieder überwältigten mich die Aussichten auf die schneebedeckten Berggipfel. Eine kleine Mittagspause mit den Resten von Frühstücksessen machte ich unterhalb des Pik Shalisty. Ich setzte mich ans Ufer des Flusses hörte das stetige Rauschen des glasklaren Wassers, sah oben den Schnee auf den Gipfeln und die Sonne wärmte mich wohltuend.

IMG_2969
Pik Shalisty

Die Straße bleib den ganzen Tag in einem gut fahrbaren Zustand. Immer wieder liefen Kinder an die Straße, wenn sie mich sahen und riefen Chay, Chay. Winkend lehnte ich das Angebot ab, denn ich sah nicht wirklich Häuser in der Nähe. Oft stehen Kinder auch mit frischer Milch in gebrauchten Plasteflaschen, mit Rhabarber und anderen Gemüse am Straßenrand und versuchen durch lautes Anpreisen etwas davon zu verkaufen. Es ist einer der schönen Tage auf dieser Tour, obwohl es bergan auf 3480 m ging, obwohl mir zeitweise schwindlig war, obwohl ich gekeucht habe und Kopfschmerzen habe. Ich bin voran gekommen.

IMG_2992

Finde am Abend  noch einen tollen Zeltplatz direkt am Fluss. Also Trinkwasser satt, kann die Sachen richtig abspülen und genieße die tolle Umgebung der Berge. Auch das macht diesen Tag zu einem schönen Tag.

IMG_2993 IMG_3001 IMG_3002

“Ja, ich liebe es in Kriechgeschwindigkeit berghoch und runter zu fahren. Mich Stundenlang über übelste Schotterpisten zu quälen, bei bergab fahren nur auf den Pedalen zu stehen, die Bremse zu ziehen, damit das Rad nicht zu schnell wird, Mensch und Material die Abfahrt heil überstehen.”

IMG_2976

Dies mein innerlicher, gedanklicher Ansporn, dass ich über Stunden weiter trete. Mir den beissenden Schweiß aus den Augen wische, um ein paar Meter vor mir den Weg, das nächste Loch zu erkennen. Der Rücken schmerzt mir schon seit Tagen, daher stehe ich auch immer wieder aus dem Sattel auf und trete stehend bergan bis die Muskeln in den Oberschenkeln schmerzen. Wie so ich mir das antue, keine Ahnung. Es kommen ja auch wieder schöne Tage und wenn ich halte mich keuchend über den Lenker beuge um wieder Luft zu bekommen, in die, ja hier passt der Begriff, atem(be)raubende Landschaft schaue, dann passt es wieder. Sofort vergesse ich die Anstrengung die eine Minute hinter mir liegt und geniesse.

P1050668
Einladung zum Tee auf 4000 m

Geschlafen hatte ich sehr gut. So gut, dass ich den Wecker noch nicht einmal gehört habe. 07:15 Uhr haben mich dann die Kühe vor dem Zelt geweckt. Ich giere mittlerweile nach meinem Kaffee u. Müsli mit Milch. Und so habe ich natürlich keinen Stress gemacht. Die Sonne stand schon über den Bergen und trocknete das Zelt. Wieder war die Straße recht gut und auch nicht allzu steil. Immer noch schlossen hohe, schneebedeckte Gipfel das Tal ein. Das Flusswasser war extrem kalt als ich mich in den Fluss stellte und mich gewaschen habe. Einen kurzen Augenblick hatte ich überlegt ganz unterzutauchen, doch es war selbst mir zu kalt.

IMG_2994
Die wärmende Sonne, gleich ist sie da.

Vormittags waren so gut wie keine Fahrzeuge auf der Straße. Wieder gab es keine Schilder zu Orten oder Entfernungen und als ich dann endlich jemanden sah den ich fragen konnte, war ich an der Abzweigung zu den Thermalquellen schon vorbei, schade. Die hohen Felsgipfel waren in der Zwischenzeit auch verschwunden. Zu sehen waren nur noch braune Berge. Mittlerweile war ich auch schon über 4000 m Höhe auf Schotter, Geröll und Sand gekettert. Vor dem Pass kamen dann kurze, steile Spitzkehren, Steigung am Endmaß und bei dem Untergrund konnte auch ich das nicht mehr treten. Also runter vom Rad und schieben. Ich lag fast neben dem Rad und es nach oben zu bekommen. Einige Kehren vorher war ich bereits vor wildem, sportlichem Ehrgeiz mit dem Rad gestürzt. Die Steine, die Steigung bremsten jedes Vorankommen. Der Vortrieb war zu gering, keine wirkliche Geschwindigkeit, das Gewicht von Rad mit Ausrüstung, ich musste ständig ausweichen und rums lag ich auf der Piste im Geröllstaub. Den Koy-Tezek Pass erreichte ich dann auf 4272 m ziemlich außer Atem, verständlich. Natürlich kamen auch noch leichte Kopfschmerzen und Schwindel dazu, aber egal meinen ersten 4000erPass im Pamir hatte ich erreicht. Schnell die Wunden versorgen und dann ….?

IMG_3064 IMG_3067

Den Blick in allen Richtungen weit schweifen lassen und genießen. Weit rechts waren zwei hohe Gipfel zu sehen. Ob es dafür Namen gibt muss ich nachschauen. Auf der Hochebene ging es dann erst einmal gemächlich weiter. Immer wieder wechselte der Strassenbelag bzw. war keiner mehr vorhanden. LKW’s staubten mich wieder mal völlig ein. Einige lagen auch mit Panne am Straßenrand. Ich sah kleine Wiesel oder ähnliches.

IMG_3064

Ein Hirte saß am Straßenrand und schaute geduldig einer Mutterziege zu die ihr frisch geborenes Zieglein trockenlegte. Ich machte ein paar Fotos bedankte mich dafür und sah wie das Kleine seine ersten Stehversuche unternahm.

IMG_3051

Bis zum Nachmittag blieb ich immer auf ca. 3800 m Höhe. Natürlich mit für das Rad und mich quälenden Abfahrten und langgezogenen Abschnitten bergauf. Mit 3 km/h Geschwindigkeit ging es weiter im Schneckenraketentempo voran.

IMG_3026

Gegessen hatte ich nur zum Frühstück etwas und am späten  Nachmittag machte sich eigenartigerweise nach 10 h der Hunger bemerkbar. Aber es kam absolut kein Ort bzw. eine Garküche. Immer wieder hoffte ich, na bestimmt hinter der nächsten Kurve oder dann hinter der jetzt. Aber nichts. Vor Stunden hatten noch zwei Tadschiken in einem Moskwitsch gehalten und mir trockenes Brot, Kekse und Schokolade geschenkt. Die Situation mich mit dem Rad in dieser unwirtlichen Gegend anzutreffen konnten sie nicht begreifen. Das Anbot mich und das Rad irgendwie in das Auto zu verfrachten, uns mitzunehmen lehnte ich, das Rad war auch dafür, dankend ab. Ihren Blicken zu urteilen haben sie es nicht verstanden.

IMG_3099 P1050713

Ein riesiges Tal tat sich auf. Die Seen schienen so nahe, waren aber Stunden entfernt. Weit in der Ferne sah ich Häuser, doch dann war auch hier der Strassenverlauf nicht in deren Nähe. Also weiter kämpfen. Lange Steigungen und lange Abfahrten wechselten sich ab.

IMG_3087

Dann gegen 17:00 Uhr fuhr ich über eine kleine Passhöhe, gesäumt von Felsen beidseitig der Straße und dann sah ich weit unten ein Dorf. Ich machte einen Freudensatz, trat kräftig in die Pedalen. An einem Marco Polo Home Stay, am Anfang des Dorfes, konnte ich nicht vorbei. 30 Somi für die Nacht. Schnell noch etwas einkaufen. Der Laden gab aber außer altem Gemüse und jede Menge Kekse nicht viel her. Getränke Fehlanzeige! Schnell kochte ich aus Kartoffeln, gelben Rüben, Zwiebeln und ein Glas abgelaufenem (03/2014) Tomatenmark ein Essen. Grünen Tee gab es gratis. Ich hatte seit 11 h nicht wirklich etwas energiereiches zu essen bekommen. Der Rücken schmerzte und ich muss mich ausstrecken. Müde bin ich allemal. Heute fällt wohl so einiges aus vor dem Einschlafen.

IMG_3112Die Nacht muss auch kalt gewesen sein, denn als ich mich auf den Weg machte, war das Wasser in den Gräben gefroren. Schnell war ich auf der Straße und habe mich dann mit der Morgentoilette außerhalb beschäftigt. Die Straße war weiterhin gut und trotz der Info, dass der Kulma Pass gesperrt ist, mache ich mir jetzt keinen Stress mehr. Ich liege gut in der Zeit und fahre so weiter auf dem PHW. Die Landschaft ist weiterhin nicht mehr sehr reizvoll. Beidseitig der Straße sind die Berge weit an den Horizont gerückt.

IMG_3098

Rechts gibt es noch schneebedeckte Gipfel, links sind nur noch braune Riesenhügel zu sehen. Große Freude hatte ich, als ich den Fahrer mit dem Kleinbus wieder traf, der die tschechische Reisegruppe gefahren hat. Diesmal waren es Amerikaner und von diesen wurde ich dann auch noch reichlich mit Äpfeln, Keksen und Schokolade beschenkt. Toller Zufall und schöne Abwechslung.

IMG_3096

Im Laufe des Vormittags sah ich dann auch die erste Yakherde. Ich war immer noch über 3800 m Höhe und da fühlt sich dann wohl nur noch das Yak wohl. Wieder spürte ich diese völlige Ruhe. Nichts war zu hören, absolut nichts. Das schwarzgraue Straßenband war den ganzen Tag über in der braunen Landschaft immer weit zu sehen.

Wieder überholten mich heute die zwei Stuttgarter Geländewagen. Anhalten, fragen ob alles ok ist, Fehlanzeige. Meine deutsche Flagge sollten sie eigentlich gesehen haben. Tage zuvor hatten sie mich bereits in einem Dorf ignorierend, überholt. Diesmal war ich absolut alleine auf der Straße. Iraner, Tadschiken, Tschechen, Italiener, Amerikaner halten an, fragen nach woher, wohin, ob ich etwas brauche, der BW grüßt noch nicht einmal seinen Landsmann. Sitzen in ihren M-Ka…kisten und fahren ihres Weges. Ist an dem Klischee, den Vorurteilen gegenüber den Baden-Württenberger doch etwas dran? Naja, urteilt selber !

P1050708
Zum Lachen gehört ein Gesicht, nicht immer ein Grund und Zähne nicht unbedingt

Eine schöne Begegnung hatte ich noch mit einem kirgisischen Hirten. Von Weitem erkennt an ihren hohen Filzhüten. Ich treffe jetzt zunehmend Kirgisen. Die Leute aus dem Marco Polo Home Stay waren auch Kirgisen. Jedenfalls freute sich der Hirte riesig das ich anhielt. Er strahlte mich mit nur noch einem Zahn im Oberkiefer über das ganze Gesicht grinsend an. Leider habe ich nicht viel verstanden, von dem was er mich fragte. Ich fragte ihn wo er denn wohnte, denn ich hattenStunden vorher nichts an Behausungen gesehen und er kam mir ja entgegen. Zwei Tage müsste er noch laufen, dann wäre er mit der Herde zu Hause. Und weit und breit war nichts.

Den dritten Pass, den Nayzatash Pass auf 4314 m habe ich nicht wirklich wahrgenommen. Wie schon der vorherige, so war auch dieser nicht am höchsten Punkt gekennzeichnet. Ich fuhr ja auch schon Stunden auf 4000 m Höhe

Gegen 14:00 Uhr nach einem langgezogenen Anstieg kam ich durch eine Felsschlucht und sah in einem weiten Talkessel am Horizont endlich eine Siedlung. Das müsste Murgab sein, so meine Gedanken. Obwohl ich von den anderen Orten, die in der Karte verzeichnet waren, nicht einen gesehen, wahrgenommen hatte. Es dauerte dann noch ca. 45 min bis ich vor dem Straßenschild, leider schlechte Bilder machen konnte. Die Kamera hatte auch sehr gelitten.

P1050711

Eine weitere Polizeikontrolle später, ich war wieder alleine schrie ich die Freude weit über die Hälfte des PHW bewältigt zu haben, in die weite Landschaft hinaus. Noch einige Kilometer und ich erreichte überglücklich die ersten Häuser, eher Hütten und Baracken von Murgab. Welches Glücksgefühl und welche Erleichterung das in mir auslöste ist im Nachhinein schwer zu beschreiben. Was hatte ich mir alles nach dem ersten Pass an Strapazen vorgestellt. Würde ich das überhaupt kräftemässig und in der Zeit schaffen. Nun war ich in Murgab. Hatte bereits  zwei Drittel des PHW geschafft.IMG_3103 IMG_3107 IMG_3111

Der Ort liegt auf 3580 Höhenmetern und ist echt trostlos anzusehen. Es gibt ein paar größer Gebäude die wohl staatliche Einrichtungen, Organisationen und die Bank beherbergen. Der Rest sind lehmfarbene, quarderförmige Flachbauten. Alles ist sehr schmutzig, es gibt keine befestigten Seitenstraßen. Überall liegen ausgeschlachtete Autowracks herum. Der Basar besteht aus Schiffscontainer und den Aufbauten von alten Russen LKW’s.

IMG_3101

Der Scham von einem orientalischen Basar ist in keiner Weise vorhanden. Auch das Angebot ist unterirdisch. Wenig Ost, Gemüse, frische Artikel. Die meisten Händler sind Kirgisen, die  vor ihrem Container ausgestreckt vor Langeweile liegend auf Kunden warten. Auf dem Rückweg zum Guesthouse nehme ich an jeder Ecke einen anderen üblen Geruch wahr. Nein schön ist der Ort wirklich nicht. Hier hat der Versuch, die Epoche Kommunismus ganze Arbeit geleistet. Die jetzigen Machthaber wirtschaften so auch lieber in die eigene Tasche. Warum das Land, die Menschen voran bringen, sie als Nutznießer des rohstoffreichen Landes teilhaben lassen. Erst Kommunismus, jetzt eine neue, weitere Form von Diktatur, wieder nach dem Motto, erduldet den Reichtum der Herrschenden.

P1050632
Stalin, erster Oberverbrecher mit leninistischen Staatssegen!
IMG_3118
noch immer in Selbstverherrlichung vor Ort

Bei meinem Eintreffen bin ich gleich am Ortsrand auf das hiesige Internetcafe gestoßen. Jede Menge, mind. 6, Räder standen davor. Oh, das ist aber ein schöner Treffpunkt, so meine Gedanken. Innen saßen dann all die Radler, waren mit ihren Handys beschäftigt und nahmen nichts wahr. Wie im normalen Leben eben auch. Schnell fand ich zwei Teenager die mich zu dem besagten Guesthouse brauchten. Natürlich habe ich noch für zwei Nächte kurz über den Preis verhandelt. Am Ende zahle ich für Frühstück, Abendbrot und Übernachtung für zwei Nächte 25$. Der Duschraum war wohl mal zu besseren Zeiten eine Sauna. Das muss allerdings noch unter Breschnew gewesen sein. Warmes Wasser gab es auch erst, nachdem die Hausherrin den Ofen mit Brennstoff versorgt hatte. Energie war im Moment abgeschaltet. Egal, war eh warm und so duschte ich wie so oft eben kalt, wasche meine Sachen und warte nun sehnsüchtig auf das Abendessen. Ein Ruhetag, das Bett sind herrlich. Ich habe gut bis Tendenz phantastisch geschlafen.  Frühstück am Tisch, auf Nachfrage mit Kaffee und gebratenes Ei, lecker.

Nun gab es einiges zu reparieren. McGyver musste ran. Vorne links ist hinter der Befestigung an der Gabel der Lowrider gebrochen. Der kolchoseigene Schweisser (Aluminium net!) hatte sich Jahre zuvor einer ertragreicheren Tätigkeit, dem zollfreien Warentransport, zugewandt. Schnell fand ich aber auf einem der zahlreich vorhandenen Riesenschrottberge passenden Draht. Panzerband hatte ich bei und Kabelbinder hatte ich in Khorog noch geschenkt bekommen. Aus all dem baute ich dann eine Verbindungsbrücke, die eigentlich halten sollte. Anschliessend marschierte ich dann zum Tags zuvor entdeckten Internetcafé. Leider kam mir der Betreiber schon einige Meter davor entgegen. Trafic net, problema!!! Dies ist auch ein Grund, warum ich mit den berichten so weit hinterher bin. Der andere, es gab in den ….stan-Staaten keine nutzbaren Verbindungen in die Welt. Irgendetwas zu besichtigen gibt es hier leider auch nicht. Und alle Grausamkeiten dieses Ortes hatte ich auch schon fotografiert. Die Idee, dass ich mein Handy im einzigen Hotel im Ort laden könnte, kam mir als ich davor stand u. die habe ich dann auch gleich realisiert.

IMG_3109

Die gesamte Ödnis, Trostlosigkeit dieses staubigen, grauen Ortes wird auch noch durch die, auf vorhandenen Freiflächen weit verteilten Toilettenhäuschen verstärkt. Blechhütten stehen auf Stelzen und Menschen laufen in aller Gemütlichkeit mit Papier in der Hand zur Geschäftsverrichtung. Jetzt weiß auch die Parteiortsgruppe, dass der Genosse sich im Augenblick mit den letzten Beschlüsse gedanklich auseinandersetzen wird. Praktisch ist natürlich, dass die Blechhütten auf Stelzen über den Boden stehen, so sieht man sofort, ob besetzt ist oder frei. Vielleicht hat ja auch jede Familie ihre eigene Blechrampe. Die von der Herberge ist aus Stein, also revolutionär modern. Gewöhnungsbedürftig mit einem großem Fensterloch ohne Fenster, ohne Vorhang allemal, denn dieses Häuschen steht an einem von den Bewohnern frequentierten Weg. Ein kurzer Wink mit der freien Hand und ein wenig Abducken und schon ist der Bewunderer vorüber. In den Abendstunden, in der Dunkelheit habe ich mich wohler gefühlt. Da fällt mir ein, dass ist natürlich auch eine gute Gewöhnung an das ländliche China, denn dort geht es auch auf dem dörflichen Gemeinschaftsklos lustig zu. Das kann ich aus der Vergangenheit aus eigener Erfahrung berichten.

Auch die Energiethematik wird mir noch einmal erklärt. Strom gibt es Vormittags von 09:00 – 12:00 Uhr und dann wieder ab 21:00 – 24:00 Uhr. Die Angaben sind Näherungswerte. Muss man wissen, kann man sich drauf einstellen.

Das Essen ist traditionell. Da mein Energiebedarf recht hoch ist, leider immer zu wenig. Es gibt Pamirsuppe, eine Art Eintopf. Abends immer Yakjoghurt, frisches, extrem leckeres Weißbrot, Salat und Tee. Heute auch ein Gericht mit Graupen, Kartoffeln, Gemüse. Fleisch ist eher selten in den Gerichten zu finden und wenn sehr spärlich.

Die Zimmer in dem Guesthouse sind sauber und wie ich finde sehr kühl. Erstaunlich bei der Bauweise und der Hitze. In dem Bereich in dem ich schlafe stehen richtige Betten, gegenüber kann man aber auch auf den traditionellen Matten schlafen. Außerdem gibt es wohl noch einen zweiten Bereich zur Unterkunft. Die Duschen und das Klo hatte ich ja schon erwähnt.

Vor dem Hotel entdeckte ich dann auch noch einen gut sortierten Mini Market. Eine Wurst, Tomaten, Zwiebeln, Trockennudeln u. ein leckeres Bier für den Abend, leider kein Brot und schon hatte meinen Proviant für die nächsten Tage erstanden.

Ich hatte viele Tag zuvor über eine Routenänderung nachgedacht. Murgab hat eine Kreuzung, an dieser wollte ich eine Entscheidung treffen. Richtung Ostren weiter zur chinesischen Grenze über den Kulma Pass oder weiter auf dem PHW Richtung Norden. Nach der Grenze verläuft auf der chinesischen Seite der Karakorum-High-Way nördlich Richtung Kashgar, östlich in Richtung Pakistan. So hätte ich zwei legendäre Strassen der Welt befahren können.  Doch, ….”Nicht möglich,für Touristen gesperrt,” …..hiess es auf jede Nachfrage bei der Polizei und / oder im Touristenbüro. Schade, das wäre doch ein lohnenswerter Abzweig gewesen.

Nochmal habe ich alle Radtaschen strukturiert gepackt und freue mich auf Morgen. Bis jetzt, 16:00 Uhr, ist auch noch kein weiterer Gast eingetroffen. SCHÖN!!!!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.
Menü