Weitere 1000 km durch die Türkei, viele Erlebnisse, freundliche Menschen und viele, viele Berge.

image
Von den guten Die D100 in Serpentin ostwärts

Von den guten Menschen und Taten zuerst. Meine erste, ernsthafte Hundeattacken habe ich mit Hilfe eines türkischen Autofahrers überstanden. Wie auch in Südamerika passiert das immer in Dörfern oder an alleinstehenden Häusern, wie immer sind die Hunde nicht an der Kette, wie immer sind die Biester ziemlich aggressiv und wie immer ist kein Mensch / Besitzer zu sehen. Ach ja, und fast immer geht es bergauf. Jedenfalls herrscht hier eine ziemlich große Hunderasse vor, die es durchaus auch mit z.B. Wölfen aufnehmen kann. Zwei dieser Spezis hatten wohl an diesem Morgen noch nicht genug Futter bekommen und da kam ich des Wegs. Die Attacke kam aus dem nichts und mein Pfefferspray lag tief in einer der Taschen und Steine hatte ich auch noch nicht gesammelt. Also schrie ich wie wild und schaute immer wieder auf den sich verringernden Abstand. Irgendwann fand ich mich dann mitten auf der Fahrbahn Im rasenden LKW Verkehr wieder. Gegen Tollwut hatte ich mich ja noch impfen lassen. Gegen LKW’s leider nicht. Ein türkischer PKW Fahrer erkannte dann doch noch rechtzeitig die Situation und schob sich mit seinem Wagen zwischen den Angreifern und dem ” flüchtenden Frühstück “. Ich glaube der hätte sie auch umgefahren, jedenfalls Häuten die Köter endlich ab und ich war gerettet. Mit wilden Armschwenkdankbewegungen grüßte ich den Retter und fuhr unter häufigen Rückwärtsblicken Meines Weges.

Die Nacht oberhalb der D100 hinter Suluova
Die Nacht oberhalb der D100 hinter Suluova

Die vergangenen Nächte habe ich ausschließlich im Zelt verbracht. Gegen 18.00 Uhr beginne ich mich dann nach einem geeigneten Platz umzuschauen. Nicht immer ist dann gleich die erste Wahl die erste Wahl. So muss ich mich doch wieder auf’s Rad setzen, wenn ich nicht sofort sicher bin, dass der Platz top ist. Ist der Platz gefunden wird erst einmal die Umgebung gescannt. Sind noch Leute auf den umliegenden Feldern unterwegs, ist aus dem nahen Dorf noch jemand dorthin unterwegs. Vor zwei Tagen trieb dann vor dem Dunkelwerden noch ein Hirte seine Herde an meinem Zeltplatz auf der anderen Seite des Flusses vorbei. Und natürlich!!!! Hunde hatte er auch dabei. Abducken war angesagt und warten bis nach ca. einer Stunde alles vorüber war. Die Schafe und Ziegen ließen sich halt Zeit.

Morgens bei Suseng
Morgens bei Suseng

Die Routine am Morgen ist dann natürlich eine andere. Ganz wichtig kein Stress!!! Komme kann dann ja ruhig jemand und sich wundern was ich da mache, sind meine Gedanken. Nur wenn dann morgens, ich habe neben, hinter einer Wildhecke eines Hirtenpfads gezeltet, zwei Riesenhunde vor dem Zelt stehen und ich aufrecht mit Pfefferspray im Zelt sitze ist die Situation auch wieder gewöhnungsbedürftig. Warum sind diese Biester auch immer soooo groß? Der Hirte hat von dem Zelt nichts mitbekommen und dann irgendwann die Hunde weggerufen. Die Tage bis zum 20.04. waren sehr, ja auch schön, warm. Der Temperatursturz um ca. 20 Grad war extrem. Ich hatte Tage gebraucht um mir Sonnencreme zu besorgen, wieder hatte ich mir die Arme nach der Methode;Flugzeugstümpfe für die Arme nutzen; geschützt. Wieder alle dicker, warmen Sachen raus. Kälte alleine ist ja auch langweilig, Regen dazu und auf Grund der Temperatur dann auch wieder Schnee. In der Provinz Erzincan im Murzut Daglari Gebirge hat es mich dann voll erwischt.

Bei 2160 m Passhöhe im Schneetreiben
Bei 2160 m Passhöhe im Schneetreiben

Diesmal musste ich richtig kämpfen. Gedanken links oder rechts der Straße zu campen erledigten sich umgehend, da dafür überhaupt kein Platz vorhanden war. Nur schroffe Berge und rechts der übliche Gebirgsfluss. Kurz vor dem Pass, völlig durch (Kälte, Kraft, Nässe) Daumen raus und sofort erkannte der hilfsbereite Sprinterfahrer meine Not. Es ging dann noch ca. 40 km bergab bei Schneesturm und Starkregen. Ankunft in Erzincan an diesem Tag nach 11 h auf dem Rad im Hotel ? Genau ” Berlin”. Heute ist natürlich Pflege von Mensch und Ausrüstung angesagt und am 23.04.15 weiter Richtung Iran.

Zuverlässiger Standort für das Rad im Hoteleingang
Zuverlässiger Standort für das Rad im Hoteleingang
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.
Menü