14.03.15, Endlich in Griechenland. Ich brauchte ewig bis zur Grenze. Die Formalitäten verliefen problemlos u. dann, im ersten griechischen Ort Sturm auf das Restaurant für einen griechischen Salat. Nach einem mal wieder endlos scheinenden Anstieg auf 1400 m, liegt oben meterhoch der Schnee. Es ist eisig kalt u. ich brauche alle Sachen um warm zu werden. Stunden vorher hatte ich mich ziemlich gequält. Der Akku war einfach leer, da ich vergessen hatte zu essen/ mir Energie zu zuführen.Der eisige Wind während der Abfahrt ging trotz Dauenjacke gefühlt komplett durch mir durch. Kilometerlang ging es in unendlichen Kehren den Berg hinunter. Teilweise mit Eis in den Kurven. Endlich kam dann auch Floria in Sicht. Hotelsuche, Wärme Dusche, Essen beidem freundlichsten Griechen ever, und dann schlafen.
image
In der nächsten Nacht nervt mich im Zelt das Gebelle von zwei relativ großen Hunde auf einem naheliegendem Grundstück neben meinem Zeltplatz. Um mich dem Hunden nicht weiter zu zeigen, baue ich das Zelt im Kriechgang auf. Auch in der Nacht beruhigen sich die Hunde nicht u. hält mich wach.Einer stand dann irgendwann ziemlich dicht am Zelt. Ich saß schon mit Pfefferspray aufrecht im Zelt. In Thessaloniki mache ich einen Tag Pause. Die Strecke war bis hier super angenehm zu fahren. Auf den oft vorhandenen breiten, schotterfreien Seitenstreifen hielt ich mich vom übrigen Verkehr fern u. kam immer gut voran. Ich mag das Land u. die Menschen jetzt schon sehr. Die Menschen sind mit freundlichen Gesichtern unterwegs,man sieht schöne Frauen ohne Kopfverhüllung u. intensives Leben auf der Straße. An der Strandpromenade in Thessaloniki sind alle Cafés bis auf den letzten Platz mit jungen Menschen besetzt, die ihre Nasen in die Sonne halten.
Es ist jeden Morgen doch noch ziemlich kalt, so das ich dicke Mütze,Handschuhe u. ein zweites Shirt brauche. In einem Market werde ich nach einem freundlichen Gespräch mit Keksen u. in einem Imbiss mit selbst gemachten Gemüsebuletten beschenkt. ” Oh, wie schön ist Griechenland.”

Zelte etwas oberhalb vom Strand auf einem Privatgrundstück. Der Nachbar hatte mich gesehen u. gleich den Eigentümer informiert. Der stand dann plötzlich 50 m von mir entfernt hinter einem Baum. Ich habe ihn dann gefragt, ob das ok ist u. …. “no Problem” die freundlichen Griechen.
image
Für die nächste Nacht finde ich außerhalb von Avdira in einem Olivenhain ein schönes Nachtlager. Zuvor war ich im Ort noch einkaufen u. habe mich lange mit einem alten Mann unterhalten. Er hat als Kind mit seinen Eltern in Köln gelebt, dort auch eine Lehre gemacht u. ist irgendwann nach Griechenland zurück. ” Ist halt meine Heimat”, sagte er. Als ich ihn innerhalb des Dorfes nach dem kürzesten Weg auf die Umgehungsstraße fragte, konnte er mir dies allerdings nicht beantworten.  Er wohnt seit zig Jahren in diesem Dorf u.  ist nach seiner Rückkehr wohl nicht mehr sehr weit rumgekommen.

image

Bis Mitternacht hat es durchgehend geregnet u. ich konnte mal wieder nicht einschlafen. Mich verwundert es jedesmal aufs neue, dass ich nach den Anstrengungen tagsüber nicht jeden Abend in andauernden Tiefschlaf falle. Aber ich vergesse die Anstrengungen des Tages u. freue mich auf die Ruhe im Zelt. Auch wenn der Regen ohne Unterlass auf das Zelt prasselt ist es für mich beruhigend u. ich fühle mich sicher u. geborgen.

Ich habe jetzt noch ca. 40 km bis zur Grenze in die Türkei. Von dort sind es dann noch einmal gute 300 km, wenn es gut läuft also 3 Tage. Istanbul ist mein ersten großes Etappenziel. Von hier aus geht es dann am 30.03.15 mit dem Flieger nach Kap Stadt. Hoffentlich in die Wärme. Ich kann mir im Moment gar nicht vorstellen, dass es hier in Griechenland in ein paar Wochen höllisch warm wird.

Griechenland, mein bisheriger Favorit. So bin ich schon ein bisschen traurig es hinter mir zu lassen. Natürlich aber auch absolut neugierig auf die kommenden Länder.

image

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.
Menü