world cyclist

” Bereitest Du Dich eigentlich irgendwie konditionell auf so eine Tour vor?” Schön, dass Ihr da gedanklich mit mir auf die Reise geht. Geantwortet habe ich auf die Frage oft aus meiner Erfahrung früherer Touren heraus mit: ” Die erste Woche tut es verdammt weh, jeden Tag an einer anderen Stelle. Die Frage “warum mache ist das” beschäftigt mich bis zu 12 h 7 Tage lang, dann aber legt sich im Kopf der Schalter um, der Rhythmus ist da und der Kopf wird frei.”
Auch auf dieser, meiner Lebenstour, habe ich geplant, verworfen, viel gelesen, ein- und ausgepackt, Zweifel aufkommen lassen und natürlich beiseite gedrückt und bin dann am 19.02.15 trotz Erkältung losgefahren. Die erste Nacht im Zelt, noch in vertrauter brandenburgischer Umgebung, war ziemlich kalt. Kalt war auch die Erkenntnis, dass ich völlig mit Luxusartikeln überladen war. Auch ich bin mal wieder dem Outdoor-Luxuskonsum erlegen. Schnell relativieren sich doch die Dinge die man, ich, wirklich brauche. Meine morgendliche Begegnung mitten im Wald mit Bodo Linde war wirklich sehr motivierend. Wer von Euch noch Burkhardt Eisele kennt, weiß von welchem Typ Menschen ich rede. Nach einer halben Stunde Gedankenaustausch erhielt ich von ihm Gottes Segen und fühlte mich in meinem Plan bestärkt.
In Radeberg habe ich dann mit Mones Hilfe eine erste, radikale Luxusgüterreduzierung durchgeführt. Immer wieder erliege auch ich dem Wahn Dinge zu brauchen, die uns von Outdoorausrüstern suggeriert werden. Schnell stellt sich dann bei mir auf dem Rad die Erkenntnis ein, nö ist unnötig, weil, kann man mitnehmen, aber ist nicht notwendig. Die zweite, endgültige LGR habe ich dann jetzt nach den ersten 1000 km in Klagenfurt vorgenommen. In einem super Radladen habe ich dann noch einmal ein Carepaket nach Berlin gepackt. Die Ossis unter uns kennen das ja. Oh, ein Westpaket, dass muss ja toll sein. Ja, ist es, aber riecht auch ein wenig. Ok, jedenfalls sollte ich jetzt für morgen auf eine Steigung von 17% endgültig vorbereitet sein.
Sonst war es die zurückliegenden Tage im Zelt bis auf ein paar Wildschweine in Tschechien ruhig. Alle Menschen denen ich unterwegs begegnet bin, mit denen ich mich unterhalten habe, sind mir freundlich, interessiert und respektvoll entgegengetreten. Ich bin froh unterwegs zu sein um meinen neuen Lebensrhythmus zu finden.

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