Teheran zu beschreiben ist schwer. Frauen sind verhüllt, Männer kratzen sich öffentlich am Sack. In Bussen müssen die Frauen hinten in einem gesonderten Bereich einsteigen, in der U- Bahn gibt es ebenfalls im hinteren Bereich des Bahnsteigs einen gesondert, gekennzeichneten Bereich (Woman only). Ab und zu erblicke ich aber auch ein Gesicht, dass mein Lächeln erwidert. Die Krönung ist dann ein Hallo/Hey. Der Verkehr ist chaotisch, man muss einfach über die Straße latschen in der Hoffnung nicht umgefahren zu werden. Wichtigste Regel dabei, nicht in die Richtung der herantastenden Autos schauen!!!

BIg Arat on the Borderline
BIg Arat on the Borderline

Jeden Tag erstickt die Stadt in den Abgasen des Verkehrs. Rücksichtslos rasende Autos und vor allem Motorräder/Mopeds sorgen dann zusätzlich für Nervenkrieg. Jeder lässt sein Auto dort stehen, parkt es auf jeder möglichen Fläche, wie es ihm gerade passt. Egal ob die Ampel rot, grün oder irgendeine andere Farbe zeigt, gibt es eine Lücke in dem nicht abreißen wollenden Verkehrsstrom, wird sie von jedem genutzt. Auch wenn er rot hat. Es kam sogar soweit, dass mir ein abbiegender Autofahrer über den Fuß gefahren ist. Der hielt einfach drauf, obwohl ich nicht in seine Richtung geschaut habe.

Nach Tehran rein

Die Rücksichtslosigkeit hat sehr zugenommen und nervt echt. Hier hält jeder drauf. Mit dem Rad zu fahren grenzt schon an Abenteuer pur. Ich freue mich schon auf die Ausfahrt. Im Land sind die Leute echt angenehmer und rücksichtsvoller. In Tehran wird auch schon mal auf uns geschimpft, wenn wir zu weit auf der Straße gehen und den Verkehr behindern. Sie selber fahren allerdings auf Kreuzungen entgegen der Fahrtrichtung, fahren rückwärts in grosse Kreuzungen rein, wenden auf Kreuzungen, fahren mit den Motorräder auf dem Fußweg, hupen, wenn man dann keinen Platz macht usw. Also ist alles sehr iranisch-asiatisch? Matthew und Simon waren heute den ganzen Tag weiterhin in Sachen Visa unterwegs. Alles ist noch offen und ggf. fahre ich nun doch den Pamir-Highway. Das das dann die nächste riesige Herausfoderung ist wird mir zunehmend bewusst. Auf der anderen Seite ist es der höchstgelegene Highway ever und eine der Traumradstrassen für jeden Fernradler. Diesen Highway und dann noch die Pan 5 in Amerika, dass werden Lebensabschnitte. Für den Visaantrag habe ich bereits gestern alles vorbereitet. Passkopien angefertigt, zur deutschen Botschaft ein Letter of Imigration für 980.000,00 Rial abfordern, VIsaantrag ausfüllen und die Route zur Botschaft auf Farsi übersetzen lassen. Wie lange dann die Bearbeitung dauert ist noch fraglich. Erst am Sonntag kann ich zur tadschikischen Botschaft. Spätestens Dienstag will ich weiter und heute ist Freitag also hier arbeitsfrei.

Behnam, Warmshower in Zenjan

Durch Ashkan, unserem Warmshowerkontakt lerne ich Tehran aus unterschiedlichen Blickwinkeln kennen. Wir unternehmen viel gemeinsam, fahren mit seinem Freund mit dem Auto in die umliegenden Berge, besuchen in einem noblen Café eine Cheaseparty, Essen in traditionellen Restaurants Original iranisch. Ich kann meine Sachen waschen, die Ausrüstung erneuern und in Tehran kostenlos übernachten.

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