12.07.2016 – 03.08.2016 / 484. – 506. Tag 

Ups und schon war ich in Hat Yai / Thailand. Nur ein kleines Formular ausfüllen, an einer langen, wartenden Menschenschlange anstellen. Nach ca. 45 min konnte ich die Grenze passieren.

…und das meinen die Thais auch so!!!

Routineabläufe wie Geld tauschen, Geld abholen, umschauen, Verkehr einschätzen, Einheimische beobachten, all das verlief ohne Probleme.

Weiterhin ist es sehr warm, schwül, drückende tropische Hitze lag auf den Strassen. Von Regen, Abkühlung nichts zu spüren, zu erkennen. Die Ortschaften liegen dicht beieinander, immer finde ich etwas zu trinken und so bleibt erst einmal alles wie gewohnt. Die Menschen sind auch hier ausgesprochen freundlich, eine Steigerung in dieser Hinsicht ist jedoch spürbar. Schön das es in diesem  Bereich immer noch eine höhere Stufe gibt. Meine subjektive Bewertung fiel wie folgt aus. Indonesien – 1, Malaysia +2 und Thailand +3. In Hat Yai finde ich ein Hostel mit freundlichen Gastgebern, bekomme auch einen kleinen Nachlass und kühle mich unter der Dusche, in dem sauberen Bad erst einmal ausgiebig ab. Dann stürzte ich mich in die nahe Gar-Küchen-Meile. Ich probiere alles, koste viele exotische Sachen, bekomme leckere Köstlichkeiten und bin bald rund herum satt. Doch ein Fisch, köstlich gegrillt mit einem kalten Bier geht am Abend immer noch.

Morgen werde ich dann hoffentlich das Meer erreichen und eine frische Brise geniessen können. Obwohl ich mir im Moment jeden Tag mehr Zeit zum Start lasse. Auf guten Strassen, vielen Nebenwegen, immer wieder auf der Suche nach einem Weg am Meer, komme ich trotz der Hitze erholsam voran. Alle mich betreffenden Aspekte gestalten sich freundlich, sehr freundlich. Ruhiger Verkehr und wenn es einmal mehr wird auch nicht hektisch, muss aufpassen nicht gegen Palmen zu fahren vor lauter Entspannung, Thais grüßen mich immer wieder mit offenen Gesten. Ich komme durch viele kleine Dörfer. Die Menschen sind mit ihrem Leben beschäftigt, gegen Abend holen sie Futter/Gras für ihre Tiere, bauen ihre Marktstände auf, sitzen im Schatten der Bäume . Die Umherstehende unterhalten sich und sind freundlich, es ist ein Leben wie bei uns auf dem Lande, viel ähnelnd sich, Bauern holen ihre Kühe von der Weide, Jungen lernen vom Vater die notwendigen Tätigkeiten.

Gegen Abend finde ich nicht so recht einen geeigneten Platz zum Schlafen, will heute doch endlich einmal wieder am Strand schlafen und so fahren ich immer weiter, suche immer nach der geeigneten Stelle, finde doch nicht wirklich etwas . Es ist bereit ziemlich dunkel, ich schaue und bin mit dem was ich finde nicht zufrieden. Komme an einer irgendwie neu gestrichenen Hütte vorbei und denke so, ach das sieht ja schön aus, fahre aber weiter und lande am Ende des Weges im Sand. Wie ich so dastehe und mich umschaue wird mir bewußt, dass ich im Augenwinkel an den neuen Hütten eine Europäerin wahrgenommen hatte. Also drehe um und fahre zurück. Die Gruppe an Menschen steht immer noch auf dem Weg und unterhalten sich.

Ich komme mit der Chefin einer jungen Finnin, ihrem thailändischen Mann, ihrer finnischen Eltern ins Gespräch. Sofort finden wir irgendwie einen gemeinsamen Faden und ich kann in einer der halbfertigen Hütten übernachten. Und was man wirklich nicht glauben sollte, es gibt sogar eine Sauna. Finnen leben nicht ohne Sauna, sagt mir die Mutter, egal wo sie sich niederlassen. Nach einer Stunde der Unterhaltung sitze ich mit dem Vater in die Sauna und denke, schon ein bisschen verrückt.

Ich sitze bei 65 Grad in den Tropen in einer Sauna, schaue aus dem kleinen Fenster auf Palmen und das Meer und draußen im Kühlschrank wartet ein kaltes Bier. Es ist für mich doch einfach immer wieder überraschend, überwältigend, erstaunlich einfach, wie schnell sich die Situation ändern kann. Für mich zum Glück in all der Zeit immer zum Guten, zum Positiven, zum Kennenlernen freundlicher, hilfsbereiter Menschen, die nicht für jede Handbewegung Geld, einen Gegenwert, eine Entschädigung verlangen, erwarten. Ich bin überwältigt von den Szene in der ich heute Abend mein Tagebuch schreiben. Vor mir rauscht das Meer, es ist nichts zu hören, nur das Meer, die Wellen, der Wind und ……

Natürlich wollte ich am Morgen vom Baan……Resort ??? weiterfahren, aber beim ausgiebigen Frühstuck, zu dem ich eingeladen wurde, macht mir die Mutter den Vorschlag doch noch länger zu bleiben und für Kost und Logie ihnen ein wenig bei den Bauarbeiten zu helfen.

Ok, ich sage zu einen Tag länger zu bleiben und es macht Spass einmal wieder handwerklich zu arbeiten. Ich bekomme drei leckere thailändische Mahlzeiten. Aus einem Tag werden fünf. Das Zusammenspiel zwischen mir und dem schweigsamen, anfänglich ziemlich verschlossenen, kein Wort englisch sprechenden und auch nicht verstehenden, Finnen-Vater klappt immer besser. Ab dem dritten Tag verstehen wir uns ohne Worte, schaffen viel, haben uns gut ein gespielt und sitzen jeden Abend gemeinsam in der Sauna.

Doch nach den Tagen musste ich mich doch loseisen, wollte weiter. Die lieben Leute war bis zu meinem Losfahren umfassend herzlich. Bedauerten meine Abreise, machten immer wieder neue Vorschläge die mich zum Bleiben überzeugen sollten.

Nach einem ausgiebigen Frühstück, vielen Fotos setzte ich mich dann doch auf mein Rad und liess mir frischen Wind um die Nase wehen.

Ich bleib den ganzen Tag immer in der Küste, direkt an der Küste, am Beach konnte ich jedoch nicht fahren. Unabhängig davon konnte ich aber doch ruhig, nie nervend vom Verkehr, dahin fliegen. Ja es war wie fliegen, denn kein Wind, keine Steigung hielt mich zurück, machte mir das Radeln schwer.

Nakhon Si Thammarat, eine asiatische, nicht erwähnenswerte Stadt erreichte ich am frühen Nachmittag. Die frühe Ankunft nutzte ich für einen dringend notwendigenFriseurbesuch, mit anschliessenden vielen, guten Fischgerichte.

Auf dem Touristen-Hotspot Ko Samui, eine von viel Tourismus/Backpacker, viel Halligalli, jede Menge Kneipen, gekennzeichnete Insel, habe eine kleine Runde an abgelegenen Stränden gedreht aber nicht wirklich etwas schönes gefunden, eigentlich wollte ich am Strand schlafen, doch dann habe ich doch noch ein gutes Hostel gefunden, am Abend bin ich lange durch den Ort gelaufen um etwas zu essen zu finden, alles natürlich entsprechend komplett auf Touristen ausgerichtet. Aber ok, so haben die einen Einkommen und die anderen Spaß, und ihren Traum realisiert.

Und wenn ich mich nun schon dem Wahnsinn hingebe, dann richtig und so komme ich am nächsten Tag mit einer Fähre auf Ko Tao am Ao Tanote Beach an. Schon die Kosten für die Überfahrt sind sehr ambitioniert. 600 Bath für mich und 500 Bath für das Rad hat mich der Spass nach Ko Tao gekostet. Mein erster Eindruck, dies ist nicht meine Insel, so habe ich mir das nicht vorgestellt. Ein völlig von Backpackern überrannter Hotspot. Die berüchtigte Vollmondparty steht an und so sind viele bereits jetzt wie unter Drogen oder nicht nur wie. Grausig!! Schnell habe ich mich auf den Weg in das Innere der Insel aufgemacht bzw. an Südostküste. Über extremste Steigungen bei affigen Temperaturen, musste ich mich wieder einmal quälen, kämpfen, schinden.

Immer wieder landete ich an Privatstränden oder stand vor Schranken zum Resorts. Gegen Abend erreichte ich jedoch nach diesmal extremer Abfahrt mit qualmenden und quietschenden Bremsen Tang…. Beach. Herrlichster Strand in einer wunderschönen Bucht. Meine Sache Kleidung war völlig naß vom der schweißtreibenden Fahrt und so bin ich erst einmal sofort mit allen Sachen ins Wasser. Dann kühles Bier und der Abend wurde herrlich. Viele liebe Leute haben mich angesprochen, mit einem Pärchen aus der Österreich und aus Düsseldorf habe ich bis tief in die Nacht wohltuende Stunden verbracht. Stundenlang musste ich von meiner Reise erzählen und immer wieder hörten neue Leute zu und wieder musste ich erzählen.

Es ist schon erstaunlich wie gross doch wirklich das Interesse ist.

Nach vielen Bieren habe ich mich unter das Dach einer Hütte verzogen. Die Nacht hat es fürchterlich geregnet. Mehrere Male musste ich umziehen, um ein trockenes Plätzchen zu finden.

Um 07:00 Uhr war die Nacht vorbei, denn ein Thai stand verwundert neben mir und wollte sauber machen. Schnell hoch, wachwerden und zusammen mit den Fischen im Meer baden.

Ich machte mich dann zeitig auf den Weg auf die andere Seite der Insel. Aber auch dort hat mich die Szenerie enttäuscht. So habe ich mich kurz entschlossen, ich haue hier heute noch ab. 14:30 Uhr sollte die Fähre ablegen, 14:45 Uhr war ich vor Ort und ein ziemliches Chaos umgab mich. Das gesamte Backpackervolk kam von der „ Full-Moon-Party” zurück und es dauerte 2,5 h bis wir endlich ablegen konnten.

In Dunkelheit errichte ich Chumpon, jagte mit 28 km/h vom Hafen ins Zentrum, fand das gesuchte Guesthouse im zweiten Anlauf, entdeckte eine vorzügliche Fischgarküche und sackte nach einer ausgiebigen Dusche zutiefst befriedigt ins Bett.

…und wieder liegt ein langer Tag hinter mir. Es war den ganzen Tag über bewölkt und am Nachmittag hat es dann auch vereinzelt geregnet. Dadurch liess es sich allerdings gut, bei angenehmen Temperaturen, fahren. Leichte bergan führende Strecke auf herrlichsten Strassen, teilweise als Königs Bhumibol Adulyadej Expressway ausgewiesen und so war diese auch. Lecker Asphalt mit als Radweg gekennzeichneten Seitenstreifen. Jede Menge Hinweise, dass doch bitte auf die Radfahrer Rücksicht zu nehmen ist. Wenn es doch öfter so etwas geben würde.

Am Morgen beim Frühstück vor einem 7Eleven hatte ich mal wieder eine außergewöhnliche Begegnung. Ein fetter, unsympathischer Chinese verwickelte mich in ein Gespräch, ließ sein Ansinnen durchblicken, und kurze Zeit später folgte die Einladung in sein Haus!!! Warum nur gerate ich immer mal wieder in solche Situationen? Nun ja, jedenfalls machte ich mich schnell auf den Weiterweg. Doch fuhr der Typ doch echt etliche Kilometer hinter mir her, dann neben mir gab mir den Hinweis, dass nun sein Haus kommen würde, ziemlich massiv äußerte ich mich von Rad über meine Weiterfahrt.

An vielen Möglichkeiten der Übernachtung fuhr ich vorbei, da mir das alles irgendwie nicht zusagte und es eigentlich auch immer noch zu früh war.

Und wieder einmal fand ich durch Zufall, einem kleinen Hinweisschild in Thai folgend, ein Resort das mit dem Preis für einen Bungalow meinen Vorstellungen entsprach.

Das anschliessende Essen war einfach herrlich und köstlich. In einem Topf mit heißer Brühe auf dem Tisch konnte ich die servierten Köstlichkeiten garen und anschliessend mit unterschiedlichsten Sossen genießen. Thailand toll, ach voll toll. Bang Saphan tat gut.

Wieder habe ich versucht auf Nebenstrecken voran zu kommen. Diesmal ging es aber richtig durch den Wald und an einem Punkt dann auch nicht mehr weiter. Grosse und kleine, grüne, braune, graue Echsen huschten über den Weg, Schmetterlinge in Scharen flogen vor mir auf. Die Farbenpracht war beeindruckend, doch das Dickicht schloss sich immer mehr über dem Weg, dann war Schluss und ich musste wieder zurück, ein langer beschwerlicher Weg, irgendwann erreichte ich dann eine neue asphaltierte Strasse und die brachte mich an ein bewachtes Tor zu einem Nationalpark, ja der Vegetation nach hatte ich auch den Eindruck, dass hier bis auf die grosse Müllkippe, an der der Weg einmal endete, nicht viel menschlicher Einfluss deutlich war. Am Abend erreichte ich Prachuap Khiri Khan, setzte mich in den Schatten eines Ladens mit Markise und genoss ein kaltes Bier, dann machte ich mich auf die Suche nach einem Hostel, und fand auch ein schönes, wieder gab es in einer Garküche lecker Fisch, und wieder geht ein schöner anstrengender Tag in Thailand zu Ende.

Es folgt ein heisser Tag, wieder steigen die Temperaturen über 40 Grad. Wieder suche ich die kleinen Strassen an der Küste, um so dem Verkehr, und natürlich auch der stechenden Hitze aus dem Weg zu gehen. Am Meer weht doch immer ein kühlendes Lüftchen, wenn auch mitunter aus der falschen Richtung. Doch das ist dann auch egal. Gegen Abend bin ich an den Küste im Nirgendwo, Naja, nicht in der Nähe einer Stadt, eines Dorfes oder so. Zuvor bin ich noch durch einen größeren Ort am Meer gefahren. So habe ich mir auf dem Markt viele leckere Sachen zu essen gekauft, alles in Ruhe in mich hinein geschaufelt und mich dann wieder auf die Piste gemacht.

Gegen Abend bin ich dann durch einen Nationalpark gefahren und habe einen Zeltplatz am Meer gefunden. Außer mir waren noch gefühlte 10.000 Thai-Jugendliche in einem Zeltlager vor Ort, haben tüchtig Lärm gemacht, allerdings nicht sehr störend.  Auch Musik, Gesang und ausgelassene Fröhlichkeit war zu hören.

Zwischen ein paar kleinen Nadelbäumen am Strand, unweit vom Wasser, habe ich dann eine geeignete stelle für meine Matte unter dem Moskitonetz gefunden.

Um 06:00 Uhr mit Sonnenaufgang machten sich dann auch die Kids auf dem Weg zum Strand und meine Nacht war irgendwie gelaufen. Ziemlich müde packte ich alles zusammen, machte mich auf an den am Abend zuvor entdeckten Kiosk, benutze den zur Verfügung stehenden Kaffee, das heisse Wasser und verzerrte meine Brotreserven mit Marmelade.

Um 08:00 Uhr war ich auf der Strasse und es sah so aus, dass es nicht wieder ein so heisser Tag werden sollte. Der Himmel bewölkt, kühle Morgenluft, die Bäume überschatteten den Strassenrand. Nach einer Stunde ging es gemächlich bergan, an vielen Resorts vorbei. Menschen, Urlauber waren nicht zu sehen.

Ab Mittag stieg die Temperatur dann doch wieder an die 40 Grad Marke. Auf langen, geraden Strassen spulte ich die Kilometer durch flaches Land, ohne Vegetation. Die Luft roch salzig. Die Salzwasserbecken beidseitig der Strasse verliehen der Landschaft einen öden Anstrich. Kein Baum, kein Strauch, das Fehlen jeglicher Pflanzen, der nicht vorhanden Schatten, machte es nicht leicht diese Etappe zu überwinden. Und wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt auch noch ein Platten am Hinterrad daher. Verdammt, wieder hatte sich das “Etwas” in dem Mantel durch das Klebeband in den Schlauch gedrückt. Ich stand in mitten der Hitze in den Salzfeldern und kein Schatten in Sicht. Nein, hier repariere ich das jetzt ganz gewiss nicht, nicht in dieser schwirrenden Hitze. Und so schob ich das Rad etliche Kilometer bis ich links neben der Strasse ein verfallenen Unterstand fand der etwas Schatten spendete und unter dem ich mich erst einmal mit leichtem Schwindel, nahe dem Hitzekollaps flüchten konnte.

Ich Ruhe, im Sitzen, ohne jegliche Eile erledigte ich die notwendigen Dinge und machte mich dann wieder auf die Strasse. Immer wieder kontrollierte ich den Verlauf meiner Strecke und setzte mein Tagesziel immer wieder einen Ort weiter. Warum ? Ich weiss es nicht, denn ich war mal wieder ziemlich am Ende. Die Sonne stach auf meinen Unterarmen, auf der Handfläche bildeten sich einmal wieder kleine, weisse Blasen und wenn ich an den spärlich vorhandenen Dorfständen kaltes Wasser fand und es in meine Kehle, über meinen Kopf und Rücken schüttete brachte es nur kurzzeitig Erleichterung.

Ich hatte seit 08:00 Uhr nichts mehr gegessen und so kam mir der Ort mit seinen einladenden Markt-/Essenständen gegen 16:00 Uhr genau richtig. Immer wieder entdecke ich neue Köstlichkeiten und wurde zum kosten eingeladen. Bis Bangkok noch 75 km.

BANGKOK und wieder bin ich überrascht wie friedlich es doch wirklich hier auf der Strasse zugeht. Nichts ist von dem grossen Grauen zu spüren, dass alle Welt in den Himmel zeichnet. Du kannst doch nicht in …. mit dem Rad fahren, die fahren Dich auf den ersten Metern über den Haufen. Nichts dergleichen. Natürlich ist Bangkok eine riesige City und ich war noch lange nicht im Zentrum, aber sie wirkt nicht so. Viele Nebenstrassen mit ruhigem Verkehr. Die Leute halten sich größtenteils an die Verkehrsregeln und fahren gelassen ihrer Wege.

Das empfohlene Hostel habe ich auch schnell gefunden und ja, es ist super. Die beiden Gastgeber sind ausgesprochen freundlich, kümmern sich fürsorglich um alles und es ist irgendwie wie zu Hause. Das Haus steht uns Gästen offen, wir können kommen und gehen wann wir wollen und es gibt überhaupt keinen Stress.

Schön essen, schön duschen und dann ab in die Kiste. Zuvor gab es noch mein erstes richtiges aber so was von thailändisches Gewitter mit Massen von Wasser.

Samstag Abend in Bangkok, das Leben spielt sich auf der Strasse ab. Die Menschen duschen, baden, ich durchstreife kleine Gassen in der Altstadt und es riecht nach frisch gewaschenen Menschen, nach Badesalz und dies erinnert mich sehr prägnant an meine Kindheit. An den Freitagend, dem Badetag, an dem ich mitunter das Glück hatte als einer der Ersten in das heisse, nach Badesalz duftende Wasser zu steigen. Weitere Kindheitserinnerungen steigen in mir auf und es schiebt sich auch ein wenig Heimweh dazu. Als Kind hatte ich 20 km entfernt von meinen Großeltern, Eltern, Geschwistern immer fürchterliches Heimweh und nun reise ich schon seit 500 Tagen alleine durch die Welt.

Nach Tagen der Erholung, einem herzlichen Abschied und vielen Bildern machte ich mich in nordöstlicher Richtung am Sonntagvormittag auf Bangkok zu verlassen. Bis zum späten Nachmittag war aber eigentlich nur Stadt um mich herum und so gibt es von links und rechts der Strasse nicht viel zu berichten. Nichts wird besser, wenn man sich eine Hand vor Augen hält.

Immer noch warte ich auf eine Bestätigung meines eVisa für Myanmar. Aus diesem Grund wähle ich dann auch eine Route etwas weiter südlich, die mich allerdings auch auf Nebenstrassen zur Grenze bringt.

Die Strecke verläuft zu Beginn allerdings weiter über starke befahrene Strassen und auch eine Polizeikontrolle lässt vermuten, dass hier so einiges Richtung Grenze nicht immer mit staatlicher Genehmigung transportiert wird. Immer wieder habe ich das Gefühl ausschließlich in einem Backofen zu fahren. Teilweise, besonders nach Abschnitten auf denen ich die kleinsten Schatten herbeisehne, bin ich einem Hitzekollaps immer wieder sehr nahe. Und natürlich passieren dann hier die Dinge die ich überhaupt nicht gebrauchen kann. Einen Platte zu bekommen. Doch dem Engel bleibt das Glück weiter zugeneigt, denn erstens merke ich den kleinsten Luftverlust sofort im Hintern, kann reagieren und zweitens finde ich, nachdem ich umgekehrt und zum gerade durchfahrenen Dorf zurück gekehrt bin, sofort eine Mopedreparatur-Baracke. Die Jungs sind sehr freundlich und interessiert, wollen sofort helfen, staunen über meine Routine, besorgen ungefragt einen Dolmetscher und einen Ersatzschlauch, beides brauche ich eigentlich nicht. Den Schatten und die Pressluft, der eigentliche Grund meines Stops an diesem Stand, bekomme ich kostenlos. Die nachfolgende, gestikulierte Frage nach einem Foto bejahe ich natürlich gerne, auch kostenlos. Obwohl ich mir unterwegs auf dem Rad mitunter schon die Frage stelle, dass ich mit mir als Motiv eigentlich schon Geld machen könnte. Neeeeee, ist ein Scherz. Denn sowohl gestern, ich bekam eine Packung Dessert von einer älteren Dame aus dem Auto heraus geschenkt, als auch heute als mir ein LKW Fahrer 3 Flaschen Wasser überreichte, stelle ich mich natürlich gerne einem Selfie mit den freundlichen Thailänder.

Nun, leider habe ich auch heute noch keine Antwort von der Botschaft bekommen und so muss ich dann wohl auch morgen noch vorerst langsam Richtung Grenze fahren.

Leider bietet auch die Gegend nicht gerade Abwechslung, Sehenswertes, Erstaunliches. Und nähere ich mich der Grenze zu einem neuen Land, steigt auch immer meine Nervosität, meine Neugierde, will ich das Neue sehe, habe ich nicht wirklich mehr Augen für das bereits durchfahrene Land, geht meine Konzentration in das vor mir liegende Gebiet. Stelle ich mir die Fragen nach, wie wird es dort? Habe ich genügend Info gesammelt? Wie komme ich über die Grenze? Gibt es dort etwas grundlegendes zu beachten? Wie ist die Sicherheitslage? WIE SIND DIE MENSCHEN ZU MIR ?

Nun  am Abend finde ich, obwohl nicht in der Karte vermerkt, aber wie doch jedes mal so ich danach suche, ein Hotel. Verhandele kurz über den Preis, brauche aber sowieso das Zimmer, zwecks WiFi und checke ein. Mache mich dann mit dem Rad und ohne Gepäck auf den Weg in die Stadt zur Essenbesorgung. Finde einen Markt und leckeres Essen. Kaufe einmal wieder viel zu viel, da ich jeden Tag aufs Neue denke, es wird nicht reichen, ich werde hungern müssen und Morgen gibt es nichts mehr. Gewohnheiten der Zivilisation.

Habe einen wunderschönen, ruhigen Abend in der Anlage und schaue bei einem sehr kühlem Bier dem Sonnenuntergang zu.

Sowohl ein ereignisreicher als auch -armer Tag. Reich an Begegnungen auf der Strasse. Im Laufe des Vormittags kam ich an einem Hinweisschild vorbei. Achtung Elefanten. Kurz danach durchfuhr ich den Kontrollpunkt für den National Park. Leider konnten die Posten mich nicht verstehen, da ich mehrfach versucht hatte zu fragen, wo ich denn die Elefanten sehen könnte. Auch auf einer Station des NP verstand man mich nicht bzw. vermittelte mir keine Hinweise auf meine Frage.

Und dann sah ich sie doch, leider in ca. 200 m Entfernung von rechts nach links die Strasse überquerend. Eine ziemlich grosse Herde, denn ich sah auch viele kleine Babyelefanten. Leider hatte ich so schnell nicht meine Kamera zur Hand und als ich an die vermutliche Stelle ankam, war weit und breit nichts mehr von der Herde zu hören/sehen. Ich stellte mein Rad ab und ging noch ein paar Meter auf dem Pfad entlang in den Dschungel. Zwecklos, stellte ich schnell fest der Herde zu folgen. Die können inzwischen überall sein, da viele Trampelpfade vom Hauptweg abzweigten. Zu hören war auch nichts. Immer wieder lauschte ich nun in den Dschungel, fuhr ziemlich langsam und schaute in jeden Pfad hinein. Schade sie zeigten sich kein zweites mal. Kurz vor dem Ausgang konnte ich dann noch eine Herde Affen filmen und trat danach wieder kräftiger in die Pedalen.

Ereignisarm war mein Postfach. Immer noch habe ich keine Bestätigung für das Visum. Ich hatte mich gegen 14:30 Uhr, mit einsetzenden Regen entschlossen, Heute hier in diesem kleinen Ort, nahe der Grenze, den Tag zu beenden. In der Hoffnung, die Bestätigungsmail würde doch nun endlich eingehen. Leider erfüllte sich dies nicht. Morgen warte ich den letzten Tag, dann muss ich doch das Visum on Arrived nehmen.

20:44 Uhr Juchuhh, das eVisa für Kambodscha ist im Postfach !!!

30.000 km

03.08.2016 Ankunft in Aranyapathet/Grenzstadt, ein kurzer schneller Tag. Die Kilometer spulten sich unter dem guten Asphalt rasend schnell ab. Gleich im Ort finde ich dann auch ein Internet Café mit Drucker, wenig später das vorerst letzte Hotel für eine Übernachtung. Nun dann geht es morgen rüber nach Kambodscha. Wieder bin ich, wahrscheinlich unbegründet, ein wenig aufgeregt. Immer wieder ist es doch spannend in einem neuen Land schnell zurecht zukommen. Ändern sich an dieser Grenze, auf der anderen Seite auch sofort die Menschen, ihr Verhalten ?

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