Istanbul hat mit der Osttürkei wenig gemein. Ich hatte ja schon vorab von der Stadt geschwärmt und ich bleibe dabei. Die Stadt sollte jeder Reiselustige einmal gesehen haben. Ich bin  ca.2000 km von der westlichen Grenze zu Griechenland bis an die östliche Grenze zu Iran geradelt. Es gab bis auf die Hundeattacken nur schöne Momente bei Begegnungen mit den Menschen in der Türkei. Ja, klar kommt es immer mal vor, dass versucht einen Turi abzuziehen. Vergessen ! Fahrt hin und überzeugt Euch selber von der Herzlichkeit der Leute. Wie oft ich zum Tee von der Straße weg eingeladen wurde, ich habe irgendwann aufgehört zu zählen.

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Jedenfalls geht nichts ohne vorab einen Tee getrunken zu haben, sich vor allem die Zeit dafür zu nehmen. Nach dem Tee gab es auch immer ein Lösung. Gen Osten wurde die Landschaft roher, nicht aber die Menschen. Langgezogene Bergsteigungen machen dem Radler das Vorankommen schwer. Oben angekommen wurde ich mit tollen Weitblicken belohnt und dann natürlich mit den mir endlos erscheinenden Abfahrten. Unten angekommen hatte ich meist auch schon die Quälerei bergauf vergessen. Dabei aber immer die Hygenie beachtend.

Hilfe am Strassenbad
Hilfe am Strassenbad

Die Gewissheit, dass auf meiner Reise noch ganz andere Bergpässe warten hat alles leichter gemacht. Die letzten Tage bis zur Grenze nach Iran waren dann insgesamt auch noch einmal eine derbe Herausforderung. Mit einem erneuten Wintereinbruch in Erzincan der sich bis nach Agri hinzog hatte ich nicht mehr vor China gerechnet. Aber so ist es eben auf Reisen, jeder Tag ist anders und bringt Überraschungen.

Zwischen Agri und Dogubeyazyt
Zwischen Agri und Dogubeyazyt

Die Passüberfahrt auf 2600 m bei 10% Steigung mit heftigem Gegenwind und starkem Schneetreiben waren dann auch genug. Die 17% Steigung von Österreich nach Slowenien mit verschneiter Passüberfahrt hatte ich auch hier bereits wieder in den hinteren Bereich meines Reisebewusstsein abgelegt. Agri hat mich dann noch einmal zwei Tage bei Dauerregen, Minustemperaturen und Schneefall festgehalten. Dann aber kam auch hier wieder die Sonne raus, machte die Minustemperaturen erträglich und auf gings Richtung Grenze. Vorbei an einem 20 km langen LKW Grenzstau in dem die Fahrer 10 Tage auf ihre Abfertigung warten. Ach übrigens 20 km zweispurig !!!

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Der Tag mit Grenzübertritt nach Iran endete mit zwei neuen persönlichen Rekorden 187 km Tagesetappe und 74 km/ h Abfahrtsgeschwindigkeit . Auf der türkischen Seite verabschiedete mich eine überaus freundliche, charmante Grenzerin. Im iranischen Grenzhäuschen saß eine nach Sauerstoff mundaufreissende, gelangweilte Schlafmütze. Na denn!

Grenzübergang bei Douzgon
Grenzübergang bei Dogubeyazyt Türkei / Iran
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