Ich habe ihn gehasst, 7 lange Jahre und mich immer gefragt, wozu ich hier meine Lebenszeit verschwende. Den Russischunterricht. Nun in Usbekistan bin ich mit meinen Sprachfragmenten ziemlich weit vorne. Ich staune, was mir ueber Tag noch so alles am Vokabeln einfällt.

Vorweg noch die Info, dass ich Bilder erst später hochladen kann, da auch in Usbekistan ein Despote herrscht, der sein Volk dumm halten will. Schwierig genug überhaupt nutzungsfähiges Internet zu finden. Also Bilder später, von wo, mal sehen.

Der Grenzübertritt und die nachfolgende Strecke bis nach Bukhara war wieder Erwarten ohne Probleme gelaufen bzw. schnell bewältigt. In Bukhara erwartete mich ein traditionelles Kulturfest mit viel Volk aus allen Teilen des Landes und natürlich vielen Touristen. Zwei Tage hielt ich es hier wegen der Erholung aus, dann wollte ich weiter. Mein Einreisetermin der 07.07. für China sitzt mir im Nacken. Danach ist dann aber Schluss mit selbst auferlegten Terminzwang. Noch einen Tag möchte ich hier nicht zubringen. Ich will weiter! Bin ich wirklich so schnell wie viele erstaunt äußern, wenn ich sage wann ich gestartet bin? Ja ok, ich bummel nicht, fahre meinen Tagesrhythmus und komme so gut voran.

Mit Bummeln ist nichts geworden. Habe meine Stunden im Bett und auf dem Klo zugebracht. Wo kommt das denn her? Lange denke ich darüber nach und komme zu keinem echten Ergebnis. Ggf. Der Aprikosensaft am Straßenrand! Sonst wüsste ich nicht woher! Trotzdem fahre ich gegen 09:00 Uhr los und kämpfe mich über die Straße. Die Landschaft hat mittlerweile auch hier ein wüstenähnliches Aussehen angenommen. Alles grau in braun, versalzter Sand und null Vegetation. Immer wieder lege ich eine Pause ein. Finde ich einen schattigen Platz z.B. in einem Wartehäuschen, strecke ich mich aus und versuche mich zu erholen. Als ich aus der Haltestelle wieder los will, steht ein nackter Typ auf der Mittelleitplanke in der Sonne. Vielleicht ist es die usbekische Variante einer Sonnenbank.

Alle 20-30 min sprinte ich in die spärliche Vegetation. Bis gegen Mittag hat dann auch die Temperatur wieder ein Höchstmaß erreicht und ich bin ziemlich am Ende. Der Akku ist völlig leer. Ein kleiner Strauch am Straßenrand spendet mir Schatten und mit dem Kopf auf den Knie denke ich über meine Lage nach. Weiterfahren im Schneckentempo mit den Bauch-/Magenschmerzen, am Stück von der Straße entfernt das Zelt aufbauen und schlafen, oder Daumen hoch und hoffen, dass mich jemand mitnimmt. In der prallen Sonne zu schlafen bei null Deckung schließe ich als zweites aus. Weiterfahren als erstes. Also halte ich die Hand hoch, wenn sich ein entsprechendes Auto nähert. Anfangs im sitzen, aber da denken viele, ich will sie grüßen, hupen und fahren weiter. Also stelle ich mich mit dem Rad an den Straßenrand und nehme den Daumen hoch, so ein Transporter kommt. Irgendwann hält ein Kleinbus, besetzt mit vielen Reisenden. Mit dem Fahrer verhandeln ich kurz über den Preis, ich habe eh keine Lust und Chance lange zu feilschen. Bei 30.000,00 Som (10$) nicke ich, ist eh zuviel. Alle müssen aussteigen, dass Rad kommt nach hinten vor die letzte Bankreihe. Ich klettere rüber lege mich hin und es ist mir ziemlich egal, wie der Rest mitkommt. Sofort dämmere ich weg. Nach zwei Stunden bin ich ziemlich durchgerüttelt, aber in Qarshi einer größeren Stadt,hoffentlich mit Hotel, angekommen. Es erstaunt mich sehr, wie unterschiedlich doch die Mentalität der Menschen in den einzelnen Ländern ist, die doch ziemlich nahe beieinander liegen. Hier bekomme ich keine Hilfsangebote von den Usbeken. In Iran konnte ich mich kaum vor Hilfeleistenden retten. Hier wird auch gehupt, irgendwas aus dem Fenster geschrien o. geglotzt, dann aber einfach weiter gefahren. Ich finde dann irgendwann ein Hotel. Auf dem Aussenschild prangen *** Sterne. Na das will ich sehen. Lange versuche ich zu verhandeln, aber das ist in Usbekistan bei den Zimmerpreisen für Touristen wohl nicht möglich. Bis ich verstehe, dass sie für das Bett in einem Dreibettzimmer 17$ pro Nacht haben wollen, vergeht einige Zeit. Natürlich ist die Zimmerausstattung keinen einzigen Stern wert. Egal ich lege mich hin und schlafe 16 h durch. Am Morgen  habe ich das Gefühl, dass es mir besser geht. Recht schnell merke ich jedoch auf dem Rad, auf der Straße, dass dem nicht so ist. Wieder quäle ich mich fürchterlich über den Vormittag und komme nicht wirklich voran. Die Haltung auf dem Rad drückt ziemlich auf den Magen und so macht das Fahren keinen Spaß. Mit vielen Pausen, viel Trinken kämpfe ich mich 54 km bis nach Ghuzar und beschließe am Mittag Schluss zu machen. Die Stadt ist kleiner, hat weniger Einwohner, aber ich hoffe doch eine Unterkunft zu finden. Diesbezüglich ist mein Anspruch ganz weit unten. Ich habe null Kraft und noch weniger Motivation. Durch viele Fragen finde ich dann eine Herberge. Dabei fällt mir auch hier auf, dass Männer auch wenn sie überhaupt nicht wissen nach was ich frage bzw. wo z.B. das Gesuchte sein könnte, immer irgendwas brabbeln, irgendwo hinzeigen, nur um nicht zuzugeben, dass sie mir eigentlich nicht weiterhelfen können. So auch heute. Drei, vier Typen stehen zusammen, beraten sich über meine Frage und dann zeigen mindestens zwei in die entgegengesetzte Richtung. Das Zimmer soll 27.000 Som pro Bett, pro Nacht kosten. Sauber ist alles, die Frau ist freundlich. Ich stelle mein Rad in die Waschküche und was sehe ich dort? Ein Fernreiserad. Ja, sagt die Empfangsdame, das ist ein Franzose, der schläft auch hier. Wieder ein schöner Zufall. Jedenfalls freue ich mich, lege mich aber trotzdem erst einmal hin und schlafe einige Stunden. Als ich dann viele Stimmen auf dem Flur höre, schaue ich nach und sehe noch einen Fernradler. Einen Südkoreaner und wie soll er anders heißen außer Kim!!! Der Franzose Maxim steht auch dabei und beide versuchen ebenfalls über den Preis bei Nutzung eines gemeinsamen Zimmers zu feilschen. Gelingt aber nicht und so zahlt jeder 27.000 . Kim und ich fahren zusammen auf den Basar um Geld zu tauschen. Ich komme mit Kim ins Gespräch über Radfahren in Korea. Mein Plan mit dem Schiff nach Korea zu fahren, bestätigt er mir und das freut mich. Zumal das mit weniger Stress bzgl. des Fahrrads verbunden ist.  Ob ich Morgen weiterfahre, weiß ich noch nicht. Auskurieren steht auf dem Plan!!!! 20:00 Uhr wurde dieser dann doch noch einmal geändert. Wir hatten uns locker am Tage zum Essen verabredet und so standen die beiden anderen Fernradler vor meiner Tür.

Am Tor zum Hotel hörten wir aus dem Nebengebäude laute Musik, das machte uns neugierig und so landeten wir auf einer usbek. Hochzeit. Sofort gab es reichlich zu essen, ausgiebig Wodka und jede Menge Fragen an uns. Usbekische Hochzeit geht folgendermaßen; Männer und Frauen saßen nicht nur an getrennten Tischen, sondern auch in getrennten Bereichen. Die einen auf er linken, die anderen auf der rechten Seite. Getanzt wurde ebenfalls Geschlechter getrennt. Eine ausgelassene Stimmung umfing uns, wir machten viele Fotos und wurden an viele Tische weiter gereicht.

Die Stadt ist an Trostlosigkeit schwer zu übertreffen. Es gibt eine große, staubige Ampelkreuzung. Einige offizielle Gebäude und einen weit abgelegenen Basar. Das war’s. Wieder, wie so oft, wird mir bewusst wie gut es mir doch geht, dass ich diese Reise erleben kann. Sicher sehen die Menschen ihr Leben hier nicht so wie ich es wahrnehme, allerdings erklärte mir auch wieder der Besitzer des Internetcafé, dass sein Traum Deutschland wäre. Wie schön es doch ist im richtigen Land geboren zu sein.  Etwas wacklig war ich am nächsten Morgen noch auf den Beinen. Auf jeden Fall fühlte ich mich wesentlich besser. Heute merkte ich erst richtig, wie schlecht es mir doch ging. Die ersten 50 km liefen mit zahlreichen Zwischenstops bis nach Karashina gut. Eine Kneipe an der Straße sagte mir zu, so machte ich halt um etwas zu essen. Der Besitzer stürzte auch gleich auf mich zu, ich ging wie so oft, wenn ich mich nicht verständigen kann, mit in die Küche, schaute in die Töpfe und bestellte. Wir kamen ins Gespräch. Er zeigte mir Bilder von einem Berlinbesuch. Während ich aß vermittelte er mir, ich könnte hier schlafen. Zuerst lehnte ich ab, da es doch noch recht früh war, nach kurzem Nachdenken sagte ich dann jedoch zu. Ich habe ja Zeit, so meine Gedanken. Auf dem Hof stand ein geschossiger Betonklotz mit einer kleinen Stahltreppe. Dort oben lag das Zimmer. Ja, passt schon dachte ich. Natürlich sollte das Rad unten bleiben, das lehnte ich ab. Er wollte drauf aufpassen. Ja, ja kenne ich euer aufpassen, dachte ich. Hin und her, dann schleppten wir das komplette Rad nach oben, er schloss die Tür. Innerhalb von Minuten war ich auf der Bodenmatte eingeschlafen. Wie schnell das doch mitunter geht. An manchen Tage zu Beginn der Reise habe ich keinen Schlaf finden können. Jetzt kann ich sogar Mittags sofort einschlafen. Schön.
Zwischendurch riss nach ca. einer Stunde jemand die Tür auf, schloss sie wieder lautstark und verschwand. Als ich gegen 15:00 Uhr dann auf der Treppe saß, kam der kleine Junge des Hauses und reichte mir einen Zettel mit dem Betrag den ich noch bezahlen sollte. Mh, waren meine Gedanken, lädt mich zum Übernachten ein, aber schickt mir seinen Sohn als Rechnungsboten. Irgendwie schien mir das hier alles komisch und wenn ich so ein Gefühl habe, dann handle ich sehr schnell. So auch diesmal. Sachen gepackt, Rad runter geschleppt, alles verstaut. Die Rechnung bezahlt und um 16:00 Uhr war ich wieder auf der Straße.
Immer noch war es ziemlich heiß und ich war froh, dass ich am ersten Tag doch eine Mittagspause eingelegt hatte. Schnell freute ich mich doch noch einmal losgefahren zu sein. Der Straßenzustand wechselte zwischen schön, nicht ganz so schön, furchtbar und absolute Katastrophe. Es gab Abschnitte da riss es mich förmlich aus dem Sattel. Löcher, Bodenwellen, Schotter in einzelner Reihenfolge oder alles auf einmal zusammen. Dann wieder ein Abschnitt mit herrlichstem Asphalt. So ging es eine Zeit immer hin und her. Ich hatte ziemlich zu kämpfen, musste mir jeden Meter erstrampeln. Bei 72 km Fahrstrecke hatte ich das Gefühl, ich sinke mit jedem Tritt tiefer in den Asphalt ein. Des Öfteren schaute ich nach hinten, überprüfte die Bremsen, irgendwie kam ich echt mühsam voran. Der LKW-Staub auf den Schotterpisten nebelte mich immer wieder völlig ein. Die Russfahnen, natürlich war das Aufpuffrohr immer auf meiner Seite, ließen mich oft den Atem anhalten. Selbst bei sichtbaren leichten Abfahrten kam ich vom Gefühl einfach nicht vorwärts. Ziemlich spät am Nachmittag merkte ich es endlich, ich war die ganze Zeit unmerklich leicht bergan gefahren. Nach dem Scheitelpunkt ging es dann auf schönem, glattem Belag zügig ins Tal. An dem Abzweig vor Sayrap nach Baysun gab es noch eine Polizeikontrolle. Jetzt bin ich wohl im Vorgrenzgebiet, so mein Gedanke und freute mich. Obwohl der Andrang an dem Kontrollpunkt groß war, wollten sich alle um mich kümmern, ihre Fragen beantwortet haben. Die Polizisten waren sehr freundlich und zuvorkommend. Wir standen vor dem Grenzbüro alle um das Rad herum, da sagte einer der Grenzbeamten Hitler kaputt und schaute mich neugrierig an. Stalin ist auch kaputt und beides ist gut so, erwiderte ich daraufhin. Irgendwie müssen sie es verstanden haben, denn jetzt wurde tüchtig gelacht, mir auf die Schulter geklopft, schnell die Daten in ein Buch eingetragen und ich war entlassen. Draußen gab es dann von den Grenzbeamten die üblichen Fragen, einer fragte sogar, ob ich nicht friere (es waren immer noch 30*). Schnell saß ich wieder auf dem Rad und weiter ging’s. Es wurde langsam dunkel und ich musste mir noch einen Schlafplätze suchen. Den habe ich dann hinter Donparten unterhalb einer Bahntrasse gefunden. In der Ferne höre ich den Rangierbahnhof. Ein paar Sterne sind zu sehen, noch nicht wirklich ein Sternenhimmel.

Um sechs klingelt der Wecker. Ich will die Kühle des Morgens nutzen bzw. genießen. Ich schaue aus dem Zelt und rechts oberhalb des Bergkamm steht schon die Sonne und strahlt mir ins Gesicht. Links erstreckt sich ein weiter Kessel mit vielen kleinen Bergkuppen. Alles ist graubraun, abgegrast oder vertrocknet. Die Erde ist knochenhart. Was sollen die Menschen hier anbauen ohne Wasser. Das frage ich mich immer wieder. Und irgendwie haben sie sich Methoden geschaffen, sonst wäre noch weniger Leben in diesen Regionen. Hart ist es alle mal so leben zu müssen. Vor 01:00 Uhr bin ich wohl gestern nicht eingeschlafen. Meine Augen sind heute Morgen noch etwas klein und wirklich ausgeschlafen bin ich auch nicht. Die Bahnstrecke hatte mich durch die zahlreich vorbei fahrenden Züge auch wachgehalten. Gemächlich packe ich meine Sachen und schiebe das Rad bis zum Bahndamm. Unterwegs reißt von der linken Sandale die vordere Halterung aus der Sohle. Oh man, die haben ja nicht lange gehalten. Ich versuche erst einmal so zu fahren, schön ist anders. Langsam rücken Obstbäume an die Straßenränder. Frauen stehen unter Kirschbäumen und pflücken die winzigen Sauerkirchen. Lange Zeit gibt es Stände mit Äpfel, ebenfalls winzige Dinger. Ich koste und merke, dass sie doch mehr nach Apfel schmecken als unsere künstlich schön und groß geklonten Äpfel. An einem Stand kaufe ich mir ein kaltes Getränk und repariere meine Sandale. Der Besitzer kommt, zeigt auf seine ebenfalls kaputte Sandale und bitte mich, diese ebenfalls zu reparieren. Mache ich natürlich. Wieder wechselt mehrfach über Tag der Strassenbelag von Flüsterasphalt von einem Meter auf den anderen in ausgetrocknetes Geröllflussbett. Unglaublich! Mehrfach kaufe ich mir etwas zu essen. Salat schmeckt allerdings bei dieser Wärme noch am besten. Eine Mani, gefüllte Teigtaschen im Wasserdampf gedünstet, war auch sehr lecker. Gegen 15:00 schaue ich mich nach einem Schlaf-/Zeltplatz um. In einem Hohlweg unmittelbar an der Straße bleibe ich. Sitze dann allerdings noch Stunden in der prallen Sonne, um die Dämmerung abzuwarten.
Schön war sie nicht die Nacht in der Wasserfurche. Viele Ameisen, bis zum Sonnenuntergang eine unsägliche Hitze und jetzt habe ich auch noch Rückenschmerzen. Das Wasser war dann auch durch die Sonneneinstrahlung so warm, fasst heiß, dass ich mit zwei Teebeuteln in der Flasche Teewasser machen konnte. Von irgendwoher kam laute Krachmusik und der Autoverkehr ging bis tief in die Nacht. Um 05:30 Uhr bin hoch, schnell die Sachen gepackt und rauf auf die Straße. Es war dann auch noch angenehm kühl. In Wellen ging es aus dieser trockenen Landschaft in ein großes Weinanbaugebiet über. Dazu kam viel andere Landwirtschaft. Links der Straße, in weiter Ferne, sah ich eine schneebedeckte Bergkette. Von dort muss das Wasser kommen, welches das Gebiet so fruchtbar macht. Nach 42 km Ankunft in Denav. Heute ist Bazar und entsprechend voll sind die Straßen der Stadt mit chaotischem Verkehr. Alles hupt mal wieder minutenlang, bleibt stehen wo es für richtig gehalten wird, hupt dann ebenfalls und verstopft die Straßen. Nachmittags mache ich mich vom Hotel zum Basar. Fragen muss ich nicht wo ich den Basar finde. Je näher ich komme, desto größer wird der Trubel auf den Straßen. Die Minibusse, vollbesetzten mit Menschen oder bis zum Bersten gefüllt mit Ware, rasen vom und zum Basar. Noch weit vor dem eigentlichem Eingang zum Basar stehen Kleinhändlerinnen mit ihren wenigen Waren (Obst/Gemüse) sehen und lächeln mich an, zeigen einladend auf die Ware. Auf dem Basar selber ist dann alles im Überfluss vorhanden. Die Flächen der einzelnen Warenbereiche sind groß, alles wirbelt durcheinander. Wohl auf allen Märkten dieser Welt ist die Vielfalt, Farbenpracht und der Einfallsreichtum die Ware anzupreisen, bei den Früchtehändlern überwältigend. Natürlich wird viel gekauft, trotzdem frage ich mich auch auf diesem Basar, wie lebt es sich mit den wenigen Einkünften. Denn immer sehe ich die Leute nur kleine Scheine zählen und das auch nicht in großer Menge.

Das Frühstück im Hotel war erwartungsgemäß erbärmlich. Der Kellner, ich möchte ihn einmal so bezeichnen, obwohl es für alle anderen eine Verunglimpfung ist, schlurfte durch den Raum. Stellte erst lange nichts, dann irgendwann ohne jegliche Geste, von einem “guten Morgen” mal ganz abgesehen, eine Kanne Tee auf den Tisch, befasste sich minutenlang mit einem hartem Brot, gab es auf und setzte ich vor einen Computer. Aus dieser Sinnstarre erwachte er nach ca. 15 min, schlurfte in die Küche und kam mit einem Teller Milchreis mit Butter zurück. Natürlich ohne Worte, stellte er mir diesen auf den Tisch, dazu das viel umhäkte Brot und verschwand. Ich dann irgendwann auch.
Wieder war die Straße von großen Bäumen eingefasst und es macht Spaß im Schatten in den Tag zu starten. In Uzun sah ich dann endlich den lange ersehnten Melonenstand. Ein riesiger Berg von gestreiften Wassermelonen lang vor einem Mini Market. Ein zufriedener, dicker Usbeke thront davor und ließ nicht mit sich handeln. “Hier Festpreis, verstehen.” Hatte ich wohl richtig verstanden. Allerdings waren es Riesendinger.

Gegen 11:00 Uhr erreichte ich in aller Seelenruhe eine Kneipe neben der Strasse. Die Meinungen über die Entfernung bis zur Grenze gehen bei den Anwesenden ziemlich auseinander. Sie reichen von 1-7 km. Egal irgendetwas dazwischen, habe ich gelernt, wird es schon sein. Ich sitze und liege auf dem üblichen Couchtisch lese, schlafe und warte das der Tag vergeht. Immer wieder werde ich auf der Straße, hier in der Kneipe und an sonst noch für Orten als erstes mit der Frage “ad quda? Woher kommst du? ” konfrontiert. Danach geht es um das wohin, wie lange unterwegs, Familie, Wieviel kostet das, bist du alleine? usw. Es sind immer die selber Fragen, lediglich die Reihenfolge ändert sich. Oft fragen auch mehrere Leute, die nebeneinander stehen und eigentlich meine Antworten verstanden haben müssten, die selber Fragen noch einmal. Der Bach neben der Kneipe gibt meinem Wartebereich eine herrliche Frische. Ich überlege die ganze Zeit, wie ich hier die Nacht verbringen kann. Na, da wird mir sicher noch etwas einfallen, wenn nicht finde ich sicher mit Einbruch der Dunkelheit auch noch ein grünes Plätzchen. Jetzt gab es erst einmal etwas leckeres zum Mittag und ein kleines Schläfchen steht auch noch an. Dann wird die Hitze des Tages auch bald vorüber sein. Wohl durch die Nähe der schneebedeckten Gebirgskette ist es heute spürbar lauer. So wie mir, geht es hier wohl auch vielen LKW Fahrern. Warten auf den Tag des Visumbeginns. Jedenfalls stehen viele Lkw’s herum und die Fahrer verpennen auch so den Tag wie ich. Morgen geht es dann über die Grenze, endlich ich habe genug getrödelt. Wie wird Tadschikistan, frage ich mich immer wieder. Wie schwer sind die Pässe, ist die Strecke durch dieses Land? Schaffe ich es bis zum 07.07. an die chinesische Grenze? Wenn nicht, wie weiter? Dann wieder meine Erkenntnis, dass ich ja wohl bis jetzt so einiges an Bergen geschafft habe und wenn ich ruhig bleibe und kontinuierlich trete, ich sicher auch dort rüber komme.

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